Von 2002 bis 2004 währte im größten IT-Standort von Siemens in Deutschland
ein grundlegender Arbeitskonflikt. Hintergrund war nicht zuletzt das
Offshoring-Konzept des Managements. In der Münchner Hofmannstraße sollten
innerhalb weniger Wochen über 3000 hochqualifizierte IT-Spezialisten ihren
Arbeitsplatz verlieren. Betriebsrat und Belegschaft konnten, unterstützt
von der IG Metall, in einem entschlossenen Arbeitskampf einen größeren
Teil der Arbeitsplätze retten. Die bislang vom Selbstverständnis
eigenständiger "Arbeitskraft-Unternehmer" erfüllten Mitarbeiter
traten in großer Zahl der IG Metall bei. Mit dem NCI entwickelte sich
eine eigenständige Verteidigungsorganisation der Beschäftigten. Der
Gesamtbetriebsrat änderte seine bisherige Haltung des "Co-Managements
beim Abbau" und stellte fest, dass die Globalisierungsstrategie des
Konzerns den Standort Deutschland gefährde.
Die Studie analysiert detailliert die Offshoring-Pläne des Konzerns und
schildert die Folgen des "Kulturwandels" bei Siemens u.a. anhand von
strukturierten Gesprächen mit 51 der betroffenen Siemens-Beschäftigten.
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