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Die Medien nannte Thomas Jefferson, einer der Väter der US-amerikanischen Verfassung, die Währung der Demokratie, der Volksherrschaft. Herrschen kann das Volk nur, wenn es erstens die Informationen erhält, die den Problemen, die zu entscheiden sind, zugrunde liegen, und wenn es sich zweitens zu Wort melden kann, um seine Auffassungen im gesellschaftlichen Diskurs zur Kenntnis und zur Geltung zu bringen. Diese Vorstellung einer objektiv informierten und in einer allgemeinen Diskussion engagierten Öffentlichkeit begründet auch hierzulande den Anspruch einer funktionierenden Demokratie.
Diese Vorstellung ist reine Propaganda: Die statt Pressefreiheit regierende Bewusstseinsindustrie zählt nur noch wenige Dirigenten und die von ihr dirigierte Öffentlichkeit ist ihr schutzloser und umfassender ausgeliefert denn je. Den Medienkonzernen geht es um den eigenen Höchstprofit und um die Verankerung der kapitalistischen Ideologie in den Köpfen und Gefühlen ihrer Kundinnen und Kunden. So hat der Springer-Konzern "Unternehmensgrundsätze" aufgestellt, die jeder Redakteur als Bestandteil des Arbeitsvertrags zu akzeptieren hat. Punkt 5 schreibt die generelle Richtung vor: "Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft."
Schon 1965 stellte Paul Sethe, damals einer der einflussreichsten Journalisten des Springer-Konzerns fest, Pressefreiheit sei die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordere, werde der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. "Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und gefährlicher."
Eckart Spoo begründet aus den Erfahrungen eines langen und engagierten Journalistenlebens, wie das kapitalistische Diktat in den Medien den Ansprüchen einer demokratischen Öffentlichkeit widerspricht.
Gert Hautsch untersucht im einzelnen die Prozesse der Kapitalkonzentration in der deutschen Medienwirtschaft. Ob Zeitungen oder Zeitschriften, ob Buchverlage oder Fernsehprogramme oder die Kabelnetze oder das Internet – die Monopolisierung und Kommerzialisierung schreitet überall voran.
Editorial (pdf, 30 kB)
Inhalt (pdf, 31 kB)
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