Marxismus für das 21. Jahrhundert

Plenarvortrag von Leo Mayer auf der im April 2007 an der Technischen Fachhochschule Berlin-Wedding

Modernes Finanzkapital

Ich kann mich in meinem Vortrag nur mit einigen, wenigen Aspekten dieses komplexen Themas befassen. Ich beziehe mich mit dem Begriff »Finanzkapital« auf die klassische Definition durch Hilferding und Lenin. Von deren Definition ausgehend, werde ich versuchen, Strukturveränderungen und die veränderte Wirkungsweise des Finanzkapitals im heutigen Monopolkapitalismus darzustellen.

I. Definition und Inhalt des Begriffs: Hilferding und Lenin

Hilferding: „Das Finanzkapital bedeutet die Vereinheitlichung des Kapitals. Die früher getrennten Sphären des industriellen, kommerziellen und Bankkapitals sind jetzt unter die gemeinsame Leitung der hohen Finanz gestellt, zu der die Herren der Industrie und der Banken in inniger Personalunion vereint sind. Diese Vereinigung selbst hat zur Grundlage die Aufhebung der freien Konkurrenz des Einzelkapitalisten durch die großen monopolistischen Vereinigungen. Damit ändert sich naturgemäß auch das Verhältnis der Kapitalistenklasse zur Staatsmacht … Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie gehört nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verfügung über das Kapital nur über die Bank, die ihnen gegenüber den Eigentümer vertritt. Andererseits muß die Bank einen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer größerem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bankkapital, also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industrielles Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital. (…) Das Finanzkapital entwickelt sich mit der Entwicklung der Aktiengesellschaft und erreicht seinen Höhepunkt mit der Monopolisierung der Industrie. (…) Haben wir gesehen, wie die Industrie immer mehr in Abhängigkeit gerät vom Bankkapital, so bedeutet das durchaus nicht, daß auch die Industriemagnaten abhängig werden von Bankmagnaten. Wie vielmehr das Kapital selbst auf seiner höchsten Stufe zum Finanzkapital wird, so vereinigt der Kapitalmagnat, der Finanzkapitalist, immer mehr die Verfügung über das gesamte nationale Kapital in der Form der Beherrschung des Bankkapitals. (…).“

Lenin schreibt unter Bezug auf Hilferding in seiner Schrift „Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitalismus“: „Das Finanzkapital ist also „Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der
Industriellen. …. Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzen oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt des Begriffs“. (In der deutschen Übersetzung seit 1934 unter dem Titel „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ veröffentlicht)

II. Entwicklung der Finanzmärkte, die Rolle der Spekulation

Es ist allgemein bekannt, dass in den letzten 20 Jahren die Finanzsektoren erheblich schneller gewachsen sind, als Weltproduktion und Welthandel zugenommen haben. Gleichzeitig hat sich der Internationalisierungsgrad deutlich erhöht. Deshalb belege ich diese Tatsache nicht groß mit Zahlen, sondern verweise nur auf häufig genannten 1.900 Mrd. Dollar arbeitstäglicher Umsatz im Jahr 2004 allein an den Devisenbörsen. Ähnliche Zahlen gibt es für die Entwicklung des Handels mit Aktien, anderen Wertpapieren, Anleihen oder Derivaten (Derivate sind ursprünglich zur Risikoabsicherung entstanden, z.B. bei Handelsgeschäften zur Absicherung gegen Währungs- oder Zinsschwankungen oder schwankende Rohstoffpreise im Zeitraum zwischen Geschäftsabschluss und Zahlung. Heute hat sich diese Idee der Risikoabsicherung durch die Spekulation mit Derivaten in ihr Gegenteil verkehrt. Der Spekulation mit Derivaten liegt kein reales Liefergeschäft mehr zu Grunde, sondern es handelt sich um organisierte Wetteinsätze, denen Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Annahmen zu Grunde liegen.). Nach dem durch die Asienkrise 1997/98 und die Börsenkrise 2000/2001 verursachten Einbruch sind Finanzmärkte und Devisenhandel seit 2003 wieder beschleunigt gewachsen. Der Devisenhandel hat zwischen 2001 und 2005 um gut die Hälfte zugenommen, der Wert der durch Derivathandel betroffenen Papiere ist auf das 2,7fache gestiegen. Während seit Beginn der 1980er Jahre die internationalen Devisenreserven in etwa gleichem Tempo – um den Faktor 9,2 – wie die internationalen Kapitalbestände gewachsen sind, hat der Devisenhandel auf das 15-fache zugenommen (WSI Mitteilungen 12/2006, Huffschmid, S.692). Im Jahr 2005 lag der gesamte Welthandel von Gütern und Dienstleistungen bei etwa 12.500 Mrd. Dollar (WTO, International Trade Statistics 2006). Knapp sieben Tage Devisenhandel hätten also genügt, um den gesamten internationalen Handel abzuwickeln.

Weniger bekannt ist eine Entwicklung, auf die die UNCTAD, der UNO-Unterorganisation für Handel und Entwicklung, in ihrem “World Investment Report 2000” hinweist: in den letzten Jahren ist neben dem globalen Markt für Güter und Dienstleistungen und dem Entstehen eines internationalen Produktionssystems auch ein globaler Markt entstanden, auf dem Unternehmen gehandelt werden. (WIR 2000, Overview, XX, (p12)) Das „Geschäftsmodell“ ist also nicht, mit dem eigentlichen Zweck des Unternehmens Mehrwert zu produzieren, sondern durch den Handel mit Unternehmen Gewinn zu erzielen.

Die Ursache

Der wesentliche Grund für das schnelle Wachstum der Finanzmärkte und ihre Internationalisierung liegt in der Akkumulation einer riesigen Geldmenge, ohne Möglichkeit sich in der Sphäre der Produktion von Gütern und Dienstleistungen rentabel zu verwerten.

Der Grund: Durch moderne Produktionsmittel, veränderte Arbeitsorganisation sowie durch den Aufbau internationaler Entwicklungs- und Produktionsnetzwerken ist die Arbeitsproduktivität rasant gesteigert worden.

Die Folge: Die potenziellen Produktionskapazitäten überschreiten bei weitem die Aufnahmefähigkeit des Marktes. Zusätzlich führen Miniaturisierung, Computerisierung und Flexibilisierung zu einer steigenden Kapitalproduktivität, d.h. dass für die Aufrechterhaltung oder die Erweiterung der Produktion eine sinkende Profitmenge ausreicht. Da liegt der Zusammenhang einer paradox erscheinenden Entwicklung: In den zurückliegenden Jahrzehnten, in denen die Finanzmärkte geradezu explodierten, ist der Anteil der Unternehmensinvestitionen, die über die Finanzmärkte finanziert worden sind, zurückgegangen.

Die Erklärung liegt darin, dass zum Einen die Investitionsdynamik insgesamt nachgelassen hat, während zum Anderen gleichzeitig der Anteil der Gewinne am Sozialprodukt gestiegen ist. Das erlaubt den Konzernen, einen größeren Teil der Investitionen aus Eigenmitteln zu finanzieren (Huffschmid, Politische Ökonomie der Finanzmärkte). Nach einer Untersuchung von Franz Garnreiter vom isw (Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung München) verwenden die Kapitalgesellschaften heute lediglich etwa ein Drittel ihrer Nettoprofite für die Ausweitung der Sachanlagen, während zwei Drittel an den Mutterkonzern, an die Holding, an Kapitalsammelstellen ausgeschüttet und für Finanzinvestitionen verwendet werden. Geradezu zwangsläufig erhält in der Unternehmensstrategie die Pflege der Finanzanlagen im Verhältnis zur eigenen und eigentlichen Produktion zumindest gleichrangige, wenn nicht sogar vorrangige Bedeutung. Selbst die Konzerne mit dem höchsten technischen Stand und relativ schnellem moralischem Verschleiß der Produktionsmittel, verfügen über einen wachsenden Anteil von Finanzinvestitionen, weil es ihnen unmöglich ist, ihr gesamtes Kapital rentabel in der Produktion zu re-investieren.

Diese liquiden Mittel, die wegen einer vergleichsweise zurückbleibenden Nachfrage nicht rentabel im produktiven Bereich investiert werden können, drängen auf die nationalen und internationalen Finanzmärkte, um dort – in der Sphäre der Finanzzirkulation – Gewinne zu erzielen.

  • Die Finanzspekulation ist heute eine notwendige Form der Reproduktion des Kapitals und der internationale Finanzmarkt zu einer selbstständigen Verwertungssphäre des Kapital geworden.
  • Ich meine also – auch im Unterschied zu zahlreichen Veröffentlichungen in linken Zusammenhängen -, dass es nicht die Politik der Umverteilung bzw. der monetaristischen und neoliberalen Politik allgemein war, die zu dem Übergewicht des Finanzsektors führte, sondern umgekehrt, dass sich diese Politiken aus der inneren Notwendigkeit des heutigen Kapitalismus bedingen, sich im Bereich der Finanzzirkulation und -spekulation zu reproduzieren.
    Die Tendenz zur Spekulation, die dem Finanzkapital von Beginn an innewohnte, stellt sich diesem Kapital heute als eine wesentliche und unverzichtbare Notwendigkeit zu seiner Reproduktion dar. Die Finanzspekulation ist also weder auf individuelle Bösewichter, wie George Soros, zu reduzieren, noch weniger ist die Finanzspekulation wie der Wucher aus den Tempeln des heutigen Kapitalismus zu vertreiben. (Anmerkung: Neben den Enteignungsprozessen spielt jedoch gerade im heutigen High-Tech-Kapitalismus die Monopolisierung von Wissenschaft und Technik und das damit verbundene „Monopol der verbesserten Produktionsweise“ eine große Rolle für die Erzielung von Monopolprofit. Die Macht des Monopols, resultierend aus seiner Stellung im Produktions- und Reproduktionsprozess und mit dem „Monopol der verbesserten Produktionsweise“ (Marx: Das Kapital, S. 3158, MEW Bd. 25, S. 325) erlaubt diesem Kapital, auf Dauer einen Extraprofit zu erzielen. Die Auffassung, dass der Monopolprofit nur aus der Umverteilung des Gesamtprofits entspringt und nicht auch auf der Erzielung eines dauerhafter Extraprofits beruht, kann den Blick auf die Dynamik der monopolkapitalistischen Vergesellschaftungsformen verstellen, und zu einer Unterschätzung der Modernisierungspotentiale des Monopolkapitalismus und zu einer Überbetonung des stagnativen Charakters des Monopolkapitalismus als „sterbender Kapitalismus“ führen. Siehe auch: https://www.isw-muenchen.de/download/seminar-imperialismus-lm-02.pdf)

Anmerkung: Daraus leitet sich auch – neben den direkten Konflikten zwischen Kapital und Arbeit – die Grundsätzlichkeit der Auseinandersetzung und des Widerstandes gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums ab. Darin liegt auch die Bedeutung, die die Verhinderung der Privatisierung kommunaler Wohnungen z.B. durch eine Volksabstimmung in Freiburg hat.

Umverteilung

Diese Entwicklung ist verbunden mit einer massiven Umverteilung von Unten nach Oben, von Süd nach Nord, von den Lohn- und Lohnersatzeinkommen zu den Unternehmensgewinnen und den Vermögenszuwächsen der Geldvermögensbesitzer. Allein in den Jahren 2000 bis 2005 ist das weltweite private Geldvermögen um 38 Prozent auf 88.300 Mrd. Dollar angewachsen; in Deutschland von 3.620 auf 4.280 Mrd. Euro. (siehe Grafik, isw-Report 69/70, S. 22, isw Wi-info Nr.39) Stichpunktartig seien einige Gründe genannt:

  1. seit 1980 stagnieren in allen kapitalistischen Hauptländern die Reallöhne. Zudem geht die Schere zwischen dem wachsenden Niedriglohnbereich und den Spitzengehältern immer weiter auseinander. Letztere können einen wachsenden Teil ihres Einkommens als Geldvermögen anlegen.
  2. bei den Gewinneinkommen hat es eine deutliche Hierarchisierung zugunsten der großen Unternehmen gegeben. Die positive Gewinnentwicklung fand hauptsächlich bei den Kapitalgesellschaften statt. Nach einer Untersuchung von Lorenz Jarass haben die Gewinne der Kapitalgesellschaften im Zeitraum 1995 – 2002 um 49 Prozent zugenommen, während es bei den Personengesellschaften und Selbstständigen nur 9 Prozent waren. (Jarass, Geheimnisse der Unternehmenssteuern, S.57)
  3. Staatliche Umverteilung durch eine Steuerpolitik, die die Steuern auf Spitzeneinkommen, Vermögen und Unternehmensgewinne immer weiter absenkt. (siehe isw winfo 38, Jarass: Geheimnisse….) und Finanzinvestitionen und damit Spekulationseinkommen im Vergleich zu produktiven Investitionen fördert.
  4. Aushöhlung der gesetzlichen, solidarischen Sozialsysteme und als Folge die Privatisierung der sozialen Risiken: Bewirkte einerseits höhere Gewinne durch Senkung der Kosten für die Arbeitskraft – sog. Lohnnebenkosten – und andererseits eine Anhäufung von Geldmassen in Form eines Art Zwangssparen für die soziale Sicherung. Insofern spielt die Privatisierung der Rentenversicherung eine zentrale Rolle in der Strategie der Europäischen Union für die Schaffung eines größeren europäischen Finanzmarktes.

Das Ergebnis ist eine gewaltige Akkumulation von überschüssigem Geldkapital, das – wie Jörg Huffschmid sagt – die Finanzmärkte zur „Raserei“ bringt: „Das Angebot an Geldkapital nimmt zu, während gleichzeitig die Nachfrage stagniert. Das relative Überangebot an Sparkapital führt aber nicht – jedenfalls nicht in entsprechendem, „markträumenden“ Maße – zu sinkenden Zinsen, sondern zu zunehmend aggressiven Markterschließungs- und Verwertungsstrategien der Finanzunternehmen“ – die sich hinter dem „anonymen“ Finanzmarkt und seinen Zwängen verbergen. Damit hängt zusammen, ein enormes Anwachsen – sowohl im Umfang wie in der Bedeutung und im ökonomischen und politischen Einfluss – der Sammelstellen für das Geldkapital: Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Investmentfonds mit den neuen Ausprägungen Hedge- und Private Equity Fonds, die diese Geldmassen managen.

Diese stehen einmal in Konkurrenz zueinander und zusammen vor einem erheblichen Anlagenotstand, was zu immer „aggressiveren Markterschließungsstrategien“ (z.B. Privatisierung auf der ganzen Linie bis hin zu Daseinsvorsorge) und „Verwertungsstrategien“ (insbesondere Spekulation) führt.

veränderte Funktion der Finanzmärkte

Verbunden ist dies mit einer Änderung der Funktion der Finanzmärkte. An die Stelle der Unternehmen, Regierungen und Haushalte, die Geld benötigten, und sich dies überwiegend über einen Bankkredit beschafften, tritt der renditesuchende Finanzanleger. Nicht mehr verschuldungsbereite Unternehmen suchen nach Kreditgebern, sondern Geldbesitzer suchen nach Schuldnern, bei denen sie ihr Geld profitabel anlegen können. Die Finanzmärkte werden nicht durch die Suche nach Finanzierungsmittel für Investitionen, sondern durch die Suche nach Gelegenheit zum rentablen Finanzinvestment und schneller Gewinnmitnahme getrieben.

  • Aus einem Anreiz für die Entwicklung der Produktion („Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung 5 Auch wenn Geldkapital selbst nicht direkt als produktives Kapital im Prozess der Mehrwerterzeugung aktiv ist, ändert das nichts daran, dass es Kapital und damit auf einen Zuwachs an Wert aus ist (G – G‘). Über Zinsen fordert das Geldkapital seinen Anteil am Mehrwert. Dabei kann es, wie K. Marx sagt, „zur Verselbständigung des Zinses gegen den Profit“ kommen. (Kapital, Band 3, S. 370) Die Zinsen (seit Jahren liegen die Realzinsen über den Wachstumsraten) beanspruchen heute nicht mehr alleine einen Teil des produzierten Mehrwertes, sondern stellen Ansprüche auf bereits produziertes Mehrprodukt in allen Regionen der Welt dar.) hat sich der Kredit zu einem Instrument für die Auspressung bereits produzierten Reichtums entwickelt.

Mit der durch die Deregulierung der Finanzmärkte gewonnenen Mobilität und gestützt auf die gewachsene ökonomische Macht üben die Finanzinvestoren Druck auf die Politik und die Staaten aus, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern:

  • niedrigere Steuern auf Vermögen und Gewinn;
  • niedrigere Sozialabgaben für die Unternehmen;
  • Abbau öffentlicher Leistungen,
  • Privatisierung öffentlichen Eigentums, Privatisierung von Gesundheit, Rente u.ä. d.h. Enteignung zu Gunsten des Finanzkapitals
  • Privilegierung von sog. Finanzinvestitionen im Verhältnis zu Investitionen in die Realökonomie,
  • freier Kapitalverkehr, uneingeschränkter Gewinntransfer, Konvertierbarkeit der Währungen

III. Strukturelle Veränderungen im Finanzkapital und die veränderte Wirkungsweise

Rolle der Banken

Das Finanzkapital ist nach Hilferding und Lenin „Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen“. Die „Kreditschöpfung“ durch das Bankensystem und die Vergabe der Mittel zu Investitionszwecken war die entscheidende Finanzierung der Konzerne, der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Banken sammelten „brachliegendes Geldkapital“ ein und stellten es „der Kapitalistenklasse zur Verfügung“, verwandelten es so in „funktionierendes, d.h. profitbringendes Kapital … In dem Maße, wie sich das Bankwesen und seine Konzentration in wenigen Institutionen entwickeln, wachsen die Banken aus bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an, die fast über das gesamte Geldkapital aller Kapitalisten und Kleinunternehmer sowie über den größten Teil der Produktionsmittel und Rohstoffquellen des betreffenden Landes oder einer ganzen Reihe von Ländern verfügen.“ (Lenin, Der Imperialismus …) Zur Absicherung und pünktlichen Bedienung ihrer Kredite nahmen die Banken direkt auf die Geschäftspolitik der beliehenen Unternehmen Einfluss – kapitalmäßige über Beteiligungen und auch personell über die Aufsichtsräte sowie in Form des Depotstimmrechts.

Sie waren – zusammen mit den großen Eigentümerfamilien (Industriellen-Clans) – an einem stabilen Wachstum und langfristig ausgerichteter Gewinnmaximierung interessiert. Strukturpolitisch orientierten sie zwecks Risikostreuung auf Mischkonzerne und Konglomerate. Es war ein Gläubiger- und kein Investorenverhältnis. Der Kredit war relativ eng mit der realen Ökonomie der Produktion und Konsumtion verbunden. Das änderte sich mit der oben beschriebenen Entwicklung und Aufblähung der Finanzmärkte: Von den Kapitalsammelstellen fungieren nur noch die Banken als Kreditgeber (z.B. bei Klein- und Mittelstandsunternehmen, und mit großer Bedeutung für Hedge und Private Equity Fonds). Die Banken haben sich in den vergangenen Jahren zum großen Teil von ihrem Beteiligungsbesitz an den Industriekonzernen getrennt; auch um Mittel für einen stärkeren Einstieg ins Investmentbanking zu generieren.

Beispiel: Die Deutsche Bank, vor vier Jahren mit 12 % noch größter Einzelaktionär bei DaimlerChrysler, hält heute nur noch 4,4 % an DaimlerChrysler;. (SZ, 14.4.2007) Der explodierende Gewinn wird zu

  • 76% mit Wertpapierhandel, Fusionen und Unternehmensberatung (Investmentbanking) erzielt;
  • 8,2 % kommen aus der Vermögensverwaltung;
  • 11,2 % aus dem Privatkundengeschäft.
  • Lediglich 4,9 % des Gesamtgewinnes erzielt die Deutsche Bank noch mit Firmenbeteiligungen (Gretchen Binus, Konzernmacht in der Europäischen Union, S.48)

Das Geflecht „Deutschland AG“ befindet sich seit Jahren in einem Auflösungsprozess. Beschleunigt wurde dieser Prozess durch eine politische Weichenstellung: Die Steuerbefreiung von Veräußerungsgewinnen im Rahmen der rot-grünen Unternehmensteuerreform 2001. Dadurch konnten die Finanzkonzerne ihre Konzernbeteiligungen veräußern, ohne für die darin versteckten Stillen Reserven Milliarden an Steuern zahlen zu müssen. Das war politisch so gewollt. Eichel: „Wir machen da ganz bewusst Strukturpolitik“. Für die börsennotierten Konzernen tritt an die Stelle des Bankkredits die Beschaffung von finanziellen Mitteln über die Kapitalmärkte durch Aktienemission oder Ausgabe von Schuldscheinen. Transnationale Konzerne (TNK) haben sogar die Möglichkeit ihre Finanzierung über die internationalen Finanzmärkten zu organisieren (die Telekom hat z.B. Schuldscheine über die Börse in Tokio auf die Märkte gebracht). Heute dominiert bei den TNK die „Finanzierung an den Banken vorbei“, wie es Huffschmid formuliert. Lenin maß dagegen den Börsen und der Kapitalaufnahme über sie eine „sinkende Bedeutung“ bei.

Börsen

Der Stellenwert der Börsen hat sich mit dem Bedeutungszuwachs des Beteiligungssystems bei Kapitalzentralisationen und dem Wandel im Finanzsektor – der Verschiebung in der Struktur der externen Finanzierung von Bankkredit zum Wertpapierhandel – sowie der Verlagerung des gesamten Wirtschaftsgeschehens auf die Ebene der Zirkulation von Finanztiteln durch die elektronischen Handelsmöglichkeiten bedeutend erhöht. „Börsen sind eine Drehscheibe der Konzernmachtbildung und selbst ein Machtfaktor in der Konkurrenz um Führungspositionen auf dem Weltkapitalmarkt geworden.“ (G. Binus) Vor diesem Hintergrund wird die Börsenlandschaft neu geordnet. Die drei großen Börsen NYSE, Euronext und Deutsche Börse haben in einem erbitterten Kampf untereinander um eine Großfusion konkurriert, die ihnen die Herrschaft über den Wertpapierhandel in der Welt ermöglicht.

institutionellen Anleger

Zum Schwergewicht auf den Finanzmärkten haben sich die „institutionellen Anleger“ (Pensionsfonds/Versicherungen/Investmentfonds) entwickelt. Das von ihnen verwaltete Vermögen hat sich von 1980 auf 2005 von 2.900 auf 55.000 Mrd. Dollar – also auf das 19-fache, erhöht. Zum Vergleich: in Private Equity Fonds sind 1.000 Mrd. Dollar; in Hedge-Fonds 1.200 Mrd. Dollar geflossen. Die institutionellen Anleger reichen das eingesammelte Geld nicht als Kredit an Unternehmen oder Regierungen weiter, sondern suchen über die Kapitalmärkte für ihre Gelder nach lukrativen Finanzinvestments, z.B. durch Kauf von Aktien und Unternehmensanleihen und andere handelbare Schuldpapiere. Dafür erhalten sie eine Vergütung; der Gewinn wird überwiegend an die Kapitalgeber ausgeschüttet.

Auf dem Vormarsch sind die Institutionellen Anleger auch als neue Eigentümer der Konzerne. Mit Ausnahme von BMW und VW haben die Institutionellen heute bei allen Dax-30-Konzernen die Aktienmehrheit (siehe isw-Grafikdienst Nr. 11, S. 33: bei Telekom und Post haben sie diese inzwischen errungen). Beim VW-Konzern hielten zum 31. Dezember 2004 institutionelle Anleger aus dem Ausland fast 40 Prozent des VW-Aktienkapitals. Neben dem größten Einzelaktionär, dem Land Niedersachsen mit 18,2 Prozent, sind die US-Investmentfirma Brandes Investment Partners mit 10,6 Prozent und nunmehr auch die US-Investmentgesellschaft Capital Group mit über 5 Prozent bedeutende Großaktionäre. Aus der Dominanz der Institutionellen ergibt sich ein verändertes Eigentümer- und Anlageverhalten: Es sind keine festen und dauerhaften Eigentümerstrukturen, sondern es handelt sich um Eigentümer auf Zeit. Sie sind in der Regel nicht an einem strategischen Engagement interessiert, sondern an einer kurzfristigen, schnellen Steigerung des Shareholder Values, d.h. Steigerung des Börsenkurses und so genannter Free-Cash-Flow – vor allem in Form von Dividende. Dax-Konzerne schütten heute ca. 40% ihres Profits als Dividende aus. Die durchschnittliche Zeit, in der eine Aktie z.B. von den US-Pensionsfonds gehalten wird. ist von 7 Jahren (1960) auf zwei Jahre (1997) zurückgegangen. Im Durchschnitt verkaufen Pensionsfonds und andere Institutionelle 40% ihrer Aktien bereits wieder innerhalb des ersten Jahres ihres Kaufs. Mit der bedingungslosen Orientierung auf Kurssteigerungen nimmt das spekulative Moment stark zu. Die Institutionellen mischen sich in der Regel nicht aktiv in das Tagesgeschäft der Unternehmen ein. Sie machen ihren Einfluss über die Entscheidung, Aktien zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen gegenüber dem Management – das zudem mit seinen gewinnorientierten Gehältern an Gewinn- und Kursoptimierung gebunden ist – geltend, um möglichst schnell Rendite- und Kursmaximierung zu erreichen: durch brutale Kostensenkung, Reduzierung aufs Kerngeschäft, Übernahmen: Ex-Allianz-Chef Schulte-Noelle: „Von jeder unserer Beteiligungen erwarten wir eine überdurchschnittliche Performance im Vergleich zur Branche. Wird diese nicht erreicht, ist ein Verkauf denkbar. Da gibt es keine Sentimentalitäten. Mit dem Wegfall der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen, wird sich diese Dynamik erhöhen“.

Hedge-Fonds und Private Equity Fonds

Auf die Spitze getrieben wird diese kurzfristige und aggressive Shareholder-Value-Orientierung in der Erscheinung der neuen Finanzinvestoren Hedge-Fonds und Private Equity Fonds. Hedge-Fonds handeln mit allem was auf den Kapitalmärkten handelbar ist: mit Währungen und Schweinehälften, sie spekulieren mit Krediten und Frachtkosten der Schifffahrtsgesellschaften, kaufen Aktien chinesischer Firmen ebenso wie deutsche Wohnungsgesellschaften. Sie setzen im Gegensatz zu anderen Fonds sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse, und könne so bei jeder Entwick- lung verdienen. Das verspricht hohe Renditen, bedeutet aber auch hohes Risiko. Zudem spekulieren sie nicht nur mit dem Geld, das sie bei Investoren eingesammelt haben, sondern auch mit Bankkredi- ten.

Dazu zwei Beispiele: „Gegenwärtig machen Hedge-Fonds, aber auch Banken und institutionelle Anleger, mit dem Ausnutzen der Zinsdifferenz zwischen Japan und anderen Ländern die große Kohle. Sie verschulden sich in Yen mit einem Zins, der nahe am Leitzinssatz von 0,5 Prozent liegt. Dann tauschen sie die Yen in Euro um, wo die Anlage sicher drei Prozent erzielt oder noch besser in Dollar, wo sogar fünf Prozent geboten werden. Oder mit den billigen Yen werden amerikanische Aktien, türkische Bonds oder deutsche Unternehmen gekauft. In Folge des Yen-Angebotes auf den internationalen Finanzmärkten wertet der Kurs des Yen gegenüber anderen Währungen, v.a. gegen den Euro und den Dollar ab, obwohl Japan einen wachsenden Leistungsbilanzüberschuss aufweist. Darunter stöhnen die Exporteure aus dem Euro-Raum. Die Ungleichgewichte auf den Devisenmärkten werden gleichfalls verstärkt. Den Spekulation garantiert der gefallene Yen jedoch einen Zusatzprofit. Jedes neue Geschäft erhöht zudem das Yen-Angebot auf den Devisenmärkten und schwächt die japanische Währung weiter. Auf diese Weise wirken Hedge-Fonds als Trendsetter. Mit ihren Einsätzen können sie weit größere Spekulationsbewegungen auslösen und Entwicklungen herbeiführen, aus denen sie dann den meisten Nutzen ziehen. Jüngst wurde eine Rekordvolumen von knapp 17 Mrd. Dollar an spekulativen Devisenmarktgeschäften gezählt, die allesamt auf einen weiter fallenden Yen setzen. Das Risiko lauert in der Zukunft.: Wenn der in Yen aufgenommene Kredit fällig wird, könnte ein gestiegener Yen das Geschäft zum Verlustbringer machen. Zudem erhöht sich durch die Rückzahlung die Nachfrage nach Yen. Der Kurs steigt. Das erhöht das Risiko auf eine „brutale Umkehr“ (Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe). Die Yen-Spekulanten könnten dann gleichzeitig versuchen, ihre Yen-Kredite zurückzuzahlen, weil sie befürchten, dass der Yen jeden Tag teurer und ihre Verluste größer werden.“ (aus isw report 69/70, G8- Agenda des kollektiven Imperialismus) Ein Hedge Fonds spekuliert auf einen sinkenden Aktienkurs:

  1. Schritt: der Hedge Fonds leiht sich für eine vereinbarte Frist Aktien gegen eine Leihgebühr bei den eigentlichen Aktienbesitzern
  2. Schritt: die Aktien werden auf dem Aktienmarkt verkauft
  3. Schritt: nach Ablauf der Frist werden die Aktien auf dem Aktienmarkt zurückgekauft. Ist der Kurs inzwischen gesunken, dann kann mit weniger Geld die Zahl der ausgeliehenen Aktien erworben werden. Der Kursverlust muss allerdings so groß sein, dass die Leihgebühr und darüber hinaus ein Spekulationsgewinn erzielt wird. Der Hedge Fonds wird also alle Hebel in Bewegung setzen, damit tatsächlich der Aktienkurs möglichst stark sinkt.

Hedge-Fonds spekulieren zunehmend mit Kreditderivaten. Diese sind eine Art Versicherung, mit der Banken das Schuldenrisiko eines Unternehmen absichern können. Die Hedge-Fonds übernehmen die Schulden und erhalten von der Bank im Gegenzug dafür eine Prämie. Hedge-Fonds sind auch in der Unternehmenslandschaft zu einem wichtigen Faktor geworden. Bei Daimler-Chrysler wird vermutet, dass Hedge-Fonds etwa 20 Prozent der Anteile halten. Der Londoner TCI-Fonds vereitelte die Pläne der Deutschen Börse zur Übernahme der Londoner Stock Exchange, drückte stattdessen eine Ausschüttung an die Aktionäre durch und setzte Werner Seifert, den Chef der Deutschen Börse, vor die Tür.

Der Einfluss von Hedge-Fonds auf den internationalen Kapitalmärkten resultiert daraus, dass sie relativ schnell und konzentriert unvorstellbare Summen bewegen können; z.B. riesige Kapitalmassen gegen eine Währung einsetzen können. Hedge-Fonds arbeiten bei ihren Spekulationen meist mit einer doppelten Hebelwirkung: Legendär wurde der LTCM-Fond (Long Term Capital Management). Dieser hatte 1998 mit 2,3 Mrd. Dollar Anlegerkapital Bankkredite in Höhe von 125 Mrd. Dollar erhalten und ein Spekulationsrad von 1.200 Mrd. Dollar gedreht, damals das Vierfache des deutschen Bundesetats. Als die spekulative Blase des LTCM platzte, bedurfte es einer durch die US-Notenbank koordinierten Feuerwehraktion von 14 internationalen Großbanken, um die Auslösung einer internationalen Finanzlawine zu verhindern.

Die meisten Hedge-Fonds agieren zwar von den USA oder Großbritannien aus, haben ihren Firmensitz in den bekannten Steuerparadiesen wie den Cayman-Inseln, den Bahamas oder den britischen Kanalinseln. Das Geld jedoch, mit dem sie spekulieren, kommt von Banken, institutionellen Anlegern, Großkonzernen und den Besitzern großer Geldvermögen aus aller Herren Länder. Die Deutschland-Chefin von Morgan Stanley – 2.größte Investmentbank der Welt – erklärte kürzlich, dass auch „deutsche Anbieter ihre Produkte im Ausland auflegen“ (SZ, 19.4.2007) Eine nationale Zuordnung ist also nicht mehr möglich. Während die Debatte – auch in Vorbereitung des G8-Gipfels – über die von den Hedge-Fonds ausgehenden Risiken und deren stärkere Regulierung zunimmt, steigen die Banken erst richtig in das Geschäft ein. Sie gründen selbst Hedge-Fonds und steigen mit Private Equity Fonds in das Geschäft mit Firmenübernahmen ein.

Parallel zum direkten Einstieg der Banken in die Branche, gehen Hedge-Fonds an die Börse. Anfang Februar wurde die amerikanische Fortress, einer der weltweit größten Hedge-Fonds, an der New Yorker Börse notiert. Der Börsengang war der erste eines Hedge-Fonds in den USA. Auf diese Weise – mit der Notierung an der Börse – eröffnet sich der Hedge-Fond einen neuen Zugang zu Kapital. Damit verflechten sich Banken, Börsen und Hedge-Fonds noch weiter: Hedge-Fonds sammeln Geld bei den Reichen, bei Unternehmen und an der Börse, Banken geben Hedge-Fonds Kredite, reichen diese Kredite wiederum an Hedge-Fonds weiter und sind selbst als Hedge-Fonds aktiv.

Private Equity Gesellschaften (Beteiligungsgesellschaften) haben in den vergangenen Jahren bekannte Firmen wie Pro Sieben Sat 1, den Grünen Punkt, die Chemiefirma Celanese, den Brillenhersteller Rodenstock, die Immobiliengesellschaft Gagfah mit 80 000 Wohnungen aufgekauft, den Modelleisenbahnbauer Märklin und den Sanitärhersteller Grohe übernommen, oder sich an Konzernen wie der Telekom oder MTU beteiligt. Beteiligungsfirmen kaufen überwiegend abgespaltene Konzerntöchter und nicht-börsennotierte Familienunternehmen.

Die Steuerreform der SPD-Grünen-Regierung war das reinste Kraftfutter für die von Müntefering gescholtenen Heuschrecken: seit 2002 bleiben Gewinne aus dem Verkauf von Unternehmen und Beteiligungen vom Zugriff des Finanzamtes verschont. Das hat Deutschland zu einem Magneten für Private Equity Gesellschaften gemacht. Im Jahr 2006 wurden deutsche Firmen im Wert von 51 Mrd. Euro durch Beteiligungsgesellschaften übernommen. Mehr als 5 700 Unternehmen mit 800 000 Beschäftigten werden hierzulande schon von Beteiligungsgesellschaften dirigiert.

Europaweit haben nach Angaben der Investmentbank JP Morgan Beteiligungsgesellschaften im Jahr 2005 Unternehmen im Wert von gut 218 Mrd. Euro erworben. Die Käufe finanzieren sie zu einem immer geringeren Teil mit Eigenkapital; mitunter sogar unter 20 Prozent (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nach Übernahmewelle droht Pleitewelle, 4.10.2006). Während Hedge-Fonds in der Regel keinen direkten Einfluss auf die konkrete Geschäftstätigkeit nehmen, managen Private Equity Fonds die übernommen Unternehmen selbst, trimmen auf Profit, saugen Kapital aus den übernommenen Unternehmen heraus, überladen es mit Schulden und verkaufen es nach zwei bis sieben Jahren weiter. Ebenso wie in Hedge Fonds investieren Versicherungen, Banken, Pensionskassen und die Superreichen in die Private Equity Fonds.

Reits (real estate investment trust)

Gegenwärtig schafft die Bundesregierung ein neues, staatlich gefördertes Spekulationsfeld für Finanzinvestoren. Es werden neue Gesellschaften entstehen, die sich ganz auf die Verwaltung und das Management großer Immobilienbestände spezialisieren. Konzerne sollen ihre Gebäude und Grundstücke – geschätzt werden gewerbliche Immobilien im Wert von 1.630 Mrd. Euro, allein die Immobilien der DAX-30-Unternehmen haben einen Wert von 167 Mrd. Euro – an diese speziellen Unternehmen namens Reits verkaufen. Damit sie das tun, gewährt der Staat den Konzernen einen Steuervorteil: die Immobilien können zum halben Ertragssteuersatz an Reits verkauft werden. Die Reits wiederum sind von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit. Auf die Finanzbranche, die die neuen Immobiliengesellschaften an die Börse bringt, wartet ein Milliardengeschäft.

Konzerne gehen ins Finanzgeschäft

Die wachsende Bedeutung des Finanzmanagements auch für Konzerne der produzierenden Sektoren, führt zu einer beginnenden „Umkehr der traditionellen finanzkapitalistischen Verflechtung zwischen Bank- und Industriekapital“ (G. Binus). Große Industriekonzerne, aber auch Handelsketten, Energieversorger, Mobilfunkbetreiber gehen ins Finanzgeschäft, während Banken ihre Industriebeteiligungen teilweise abgegeben. An vorderer Stelle rangieren die Autobanken der großen Automobilhersteller für die Finanzierung des Kaufs von Kraftfahrzeugen durch private und gewerbliche Kunden – z.B. die VW-Bank oder die DaimlerChrysler Bank. Der italienische Autokonzern Fiat hat gemeinsam mit der führenden französischen Genossenschaftsbank Crédit Agricole eine gemeinsame Bank für Konsumentenkredite gegründet.

Ein anderes profitables Marktsegment der Finanzdienstleistungen hat sich der Elektrokonzern Siemens – von dem es schon immer hieß, er sei eine Bank mit angegliederter Elektroabteilung – mit seiner Tochtergesellschaft, der Siemens Financial Services GmbH (SFS) auserkoren: Die SFS orientiert u.a. auf alternative Finanzierungsformen für den Mittelstand – Leasing, Verkauf von Forderungen und Eigenkapitalfinanzierung.

Nochmals Banken

Auch wenn die Rolle des Bankkredits für die Finanzierung von industriellen Investitionen der Konzerne nur noch eine untergeordnete Rolle spielt (etwas anders stellt sich die Rolle des Kredits für die Tätigkeit der Hedge-Fonds und Beteiligungsgesellschaften dar), spielen die Banken auch im heutigen Kapitalismus eine zwar andere, aber durchaus zentrale Rolle: Die Großbanken haben sich alle von Geschäftsbanken, die das Einlagen- und Kreditgeschäft betreiben, zu Investmentbanken gewandelt oder zumindest sich große Investmentabteilungen aufgebaut und zugekauft.

Die Tätigkeit von Investmentbanken besteht in der Beratung und Unterstützung ihrer Kunden bei deren Vermögensverwaltung, der Ausgabe von Aktien, der Placierung von Anleihen, der Anlage von Gewinnen. Investmentbanken handeln mit Wertpapieren auf eigene oder fremde Rechnung. Investmentbanken sind tätig in der Finanzierung der öffentlichen Verschuldung, bei der Durchführung von Privatisierungen, und sie sind in hohem Maße bei der Vorbereitung und Durchführung von Fusionen und Übernahmen beteiligt.

Fusionen

So spielen auch bei der gegenwärtigen Fusions- und Zentralisationswelle die Interessen der Finanzbranche – insb. der Investmentbanken, und zunehmend der Hedge Fonds und Beteiligungsgesellschaften eine ausschlaggebende Rolle. Damit im Zusammenhang steht die Zunahme der sog. feindlichen Übernahmen. Inzwischen werden bereits ein Fünftel der grenzüberschreitenden Firmenübernahmen durch Private Equity und Hedge Fonds getätigt (UNCTAD, World Investment Report 2006, Overview, S.3). Gegenwärtig ist der Einfluss der Hedge-Fonds bei der bevorstehenden Übernahme und Zerschlagung der niederländischen Großbank ABN Amro zu beobachten Hedge Fonds treiben mit spekulativen Aktienhandel, ohne meist selbst eine Übernahme durchzuführen, die Preise der Transaktionen im Interesse eigener Gewinne hoch und erhöhen die Risiken für Fusionen. „Die Folgen dieser Finanztransaktionen werden auch in der Unternehmenslandschaft sichtbar. Die wachsenden Unsicherheiten gerade durch spekulative Prozesse der Fusionen wirken destabilisierend… auch auf die großen Konzerne mit ihren Tausenden von Beschäftigten.“ (G. Binus)

globale Parameter

Begriffe wie „Best Practice“ und „Global Benchmarking“ sind inzwischen jedem Betriebsrat und Gewerkschafter in großen oder mittelständischen Betrieben geläufige Begriffe. Best Practice und Global Benchmarkung meint, dass jede Firma versucht, ihre Abläufe entsprechend dem weltweit besten Wettbewerber anzugleichen und diesen zu übertreffen. Es werden globale Parameter für die wirtschaftliche Tätigkeit herausgebildet. Die entscheidende Kategorie, die dann direkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, die Arbeitsbedingungen, die Löhne, etc. hat, ist dann die direkte Folge: EVA, aus dem Amerikanischen: Economic Value Added (siehe Conrad Schuler, Die Globalisierungsstrategie der deutschen Wirtschaft am Beispiel der Telekom, isw München, https://www.isw-muenchen.de/download/telekom-ref-cs.html). Verschiedentlich verwenden Unternehmen auch andere Bezeichnungen; Siemens z.B. GWB – Geschäftswertbeitrag. Aber unabhängig vom Namen: EVA ist das entscheidende Steuerungselement global agierender Unternehmen. Ein Steuerungsinstrument, das vom Gesamtunternehmen bis in die unterste Abteilung zum Einsatz kommt.

EVA meint im Klartext, dass das Unternehmen ein höheres Ergebnis erzielen will, als die Kapitalgeber mit ihrem Geld an den Börsen der Welt, von den Cayman Islands über die Wall Street und London bis nach Hongkong, an Zinsen erzielen könnten. Dieses an den Finanzmärkten orientierte Steuerungsinstrument führt dazu, dass alle strategischen und operativen Entscheidungen des Unternehmens unter dem Gesichtspunkt getroffen werden, eine Rendite oberhalb der Verzinsung auf den internationalen Finanzmärkten zu generieren. In der Regel liegen die erwarteten Renditen zwischen 15 und 25 Prozent. Die Rendite wird zu einer fixen, der Produktion vorausgesetzten und im Grunde einzig legitimen Größe erklärt, während Arbeitskosten und Arbeitsbedingungen zu einer variablen Restgröße verkommen, die wie Materialkosten minimiert werden müssen.

Vor jeder Investition wird ein in der Tendenz weltweiter, unternehmens- und branchenübergreifender Renditevergleich vorgenommen. Die Fortführung von Betrieben wird damit ständig grundsätzlich zur Disposition gestellt. Da kommt es dann dazu, dass selbst rentable, hochmoderne und hochproduktive Betriebe geschlossen werden. Wenn die Renditeziele nicht erreicht werden, reagieren die institutionellen Anleger sofort mit einer Umschichtung ihres Kapitals. Die Unternehmen werden zum Objekt feindlicher Übernahmen, zumindest können sie selbst keine aktive Rolle mehr in den Konzentrations- und Zentralisationsprozessen spielen. Der Druck wird sofort an die Zulieferer weitergegeben, womit diese Renditevorgaben der internationalen Finanzmärkte dann auch auf mittelständische, nicht börsennotierte Unternehmen wirken.

Die Kapitalausschüttung wird in einer Situation, in der die Rentabilität zurückgeht und das Unternehmen selbst auf das Kapital dringend angewiesen wäre, erhöht, um die Aktionäre bei der Stange zu halten. Es wird restrukturiert, rationalisiert, verlagert. Unternehmensteile werden verkauft, es erfolgt eine Konzentration auf Kernbereiche. Arbeitsplätze werden vernichtet, die Beschäftigten werden auf die Streckbank „betrieblicher Bündnisse für Arbeit“ gezwungen.

  1. Auf diesem Wege bildet sich – zumindest für die Transnationalen Konzerne – eine globale
    Durchschnittsprofitrate heraus, die unabhängig ist von nationalen Produktivitätsniveaus, der nationalen Herkunft des TNK etc.
  2. Durch den Druck der Finanzinvestoren wird der Börsenwert zum wichtigsten Entscheidungskriterium für den Umbau und die Restrukturierung von Unternehmen. Spielte das Finanzkapital ursprünglich eine organisierende Rolle für das Industriekapital, so hat es jetzt „eine genau entgegengesetzte Rolle inne, eine der Desorganisation und der Destabilisierung des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses, indem es sein Gefüge zerschlägt, ständig die Parameter verändert und die Turbulenzen des ökonomischen „Umfeldes“ akzentuiert“. (Revelli) Typisch ist die permanente Zerschlagung, Abspaltung und Neugruppierung des Realkapitals. Die Orientierung auf schnelle Höchstrendite und schnelle Ausschüttung an die Geldgeber führt zu weiterer Auflösung der Arbeitsstrukturen und zur Erosion der auf längere Fristen angewiesenen Investitions- und Innovationstätigkeit, wie sie auch die Ent-Industrialisierung ganzer Regionen und Länder tendenziell in Kauf nimmt. Die wachsende Momente von Kurzfristigkeit und Spekulation destabilisieren die Wirtschaft, erhöhen das Krisenpotential.
  3. Auch wenn also, wie Marx und Engels schreiben, „das zinstragende Kapital als solches nicht die Lohnarbeit, sondern das fungierende Kapital zu seinem Gegensatz“ (Marx: Das Kapital, Band 3; MEW Bd. 25, S. 392) hat und der „Zins ein Verhältnis zwischen zwei Kapitalisten und nicht zwischen Kapitalist und Arbeiter“ (Marx: Das Kapital, Band 3; MEW Bd. 25, S. 396) ist, so hat diese Entwicklung, dass ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals als spekulatives Kapital und nicht als produktives Kapital (Kapital, das zum Zwecke der Mehrwerterzeugung eingesetzt wird) wirkt, doch gravierende Auswirkungen auf die Bewegung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit.

IV. Internationalisierung

Das heutige Finanzkapital ist transnationales Finanzkapital. Das wesentliche ist, dass sich das transnationale Kapital nur im globalen Maßstab reproduzieren kann, dass der Verwertungskreislauf in allen seinen Phasen international ist. Für die Notwendigkeit dieses globalen Verwertungsprozesses ist die Eigentümerstruktur von untergeordneter Bedeutung, aber auch diese nimmt zunehmend transnationalen Charakter an. Zunehmend verschwindet der nationale Ursprungscharakter des Kapitals und das internationale Eigentum an den Unternehmen wird verallgemeinert (insbesondere über die Beteiligung und den Einfluss von Investment- und Pensionsfonds). Nicht nur die Ausbeutung, sondern auch das Eigentum und der Bezug der Gewinne wird transnationalisiert.

Die 30 DAX-Unternehmen schütten für das Jahr 2006 ungefähr 20 Mrd. Euro an Dividende aus. Ein Rekord. Die Dividenden fließen vornehmlich ins Ausland, weil die Mehrheit der deutschen Aktien bei Aktionären im Ausland liegt. (SZ, 15.1.07) Bei zehn der 30 DAX-Konzerne haben ausländische Institutionelle bereits die Mehrheit, beim Rest mindestens ein Drittel (Ausnahme Thyssen/Krupp: 20%). Aufgrund der Transnationalisierung des Kapitals, der Deregulierung und Verflechtung der Finanzmärkte bildet sich – zumindest für die TNK – eine globale Durchschnittsprofitrate heraus, die unabhängig ist von den Produktivitätsniveaus etc. der nationalen Herkunft. Die Märkte, auf denen Zinsen und Wechselkurse gebildet werden, sind infolge von Deregulierung und Konvertibilität global, und die Reproduktionsräume, in denen Profitraten verglichen werden, haben ebenfalls globale Reichweite. Die Geldvermögensbesitzer legen ihre Geldvermögen – nachdem Konvertibilitätsschranken gefallen sind – im globalen Raum an.

V. Finanzmärkte stabilisieren oder Macht der Finanzkonzerne eindämmen

Hilferding vermutete, dass mit der Herausbildung der Monopole und des Finanzkapitals die Wahrscheinlichkeit von Finanzkrisen zurückgeht, weil die Banken ihr Kapital nicht mehr so frei bewegen könnten, um den Vorteil aus kurzfristigen Schwankungen der Profitrate innerhalb einzelner Sektoren zu ziehen. Er hat sich geirrt.

Tatsache ist aber auch, dass mit der Demontage des Währungssystems und dem rasanten Wachstum des Finanzsektors und der Finanzspekulation eine neue Ära von Finanzkrisen eingeleitet wurde. Angesichts der riesigen Summen, die Anleger rund um den Globus in die Hedge-Fonds pumpen, wächst auch bei Einrichtungen wie dem IWF die Sorge, dass der Zusammenbruch eines großen Fonds eine Kettenreaktion mit Folgen für das gesamte Weltfinanzsystem auslösen könnte. Das Thema Stabilität der Finanzmärkte und Hedge Fonds steht auch auf der Tagesordnung des G8-Treffens. Die Debatte geht darum, wie sich die Finanzmärkte stabilisieren lassen, um zum Einen Finanzkrisen vermeiden oder zumindest funktional nutzen zu können, und zum anderen wie dadurch der wirtschaftliche und politische Druck der Finanzmärkte effizienter gemacht werden kann. Reformvorschläge gibt es auch von der Linken, wie z.B. attac, oder der Memorandum-Gruppe (siehe auch J. Huffschmid, Politische Ökonomie der Finanzmärkte). Im Zentrum dieser Vorschläge steht nicht Stabilisierung der Finanzmärkte, sondern wie der Einfluss der Finanzkonzerne eingedämmt und zurückgedrängt werden kann. Diese Vorschläge zielen auf die

  1. Regulierungen des Finanzmarktes und der Kapitalflüsse; Entschleunigung auf den Wertpapiermärkten, Beschränkung des Derivatenhandels, Eindämmung der Währungsspekulation
    • Reglementierung der Kreditvergabe der Banken an Finanzinvestoren (besonders hinsichtlich offshore-Firmen);
    • Verbot für Finanzinstitutionen, in Hedgefonds anzulegen, Beschränkung der Anlagen in PEF
    • Beschränkung der Kreditfinanzierung von PEF; Kreditanteil unter 50% des Kaufpreises
    • Eigenkapitalquote der PEF nicht unter 30%
    • Volle Versteuerungspflicht für Veräußerungsgewinne der PEF
    • Kapitalverlagerungsabgaben bzw. „Wegzugskosten“, Aufkommen zu verwenden für öffentliche Struktur- und Beschäftigungsprogramme in der Region
    • Tobinsteuer
  2. Veränderung der Unternehmensverfassung – gegen Shareholder Value und EVA-Diktat gegen die alleinige Ausrichtung am kurzfristigen Höchstprofit und seiner Ausschüttung an die
    Kapitalgeber: Ausdehnung der Mitbestimmung inklusive einer wirksamen Vetomacht bei allen beschäftigungsrelevanten Investitions- und Umstrukturierungsmaßnahmen; Ausdehnung der Mitbestimmung auf Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Hierdurch ergäbe sich eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses Kapital/Arbeit auf der wesentlichen Ebene der Betriebe. Auf dieser Grundlage können die Beschäftigten selbst aktiv einbezogen werden in die weitere Umgestaltung der Wirtschaft in Richtung Geltendmachen sozialer und gemeinschaftlicher Elemente.
  3. Veränderung der Tarif- und Wirtschaftspolitik durch eine aktive Umverteilungspolitik von oben nach unten; Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Ausweitung der öffentlichen Investitionen, Ausweitung der sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse, Ausbau der sozialen Sicherung, Stopp der Privatisierungen; zentrale öffentliche Dienstleistungen und soziale Sicherungssysteme müssen vor dem Zugriff der Finanzinvestoren geschützt werden.

Mit diesen Reformvorschlägen werden grundsätzliche Fragen der Macht aufgeworfen, welche Qualität Wirtschaft anzunehmen hat. Da es ja nicht die Politik war, die zu dem Übergewicht des Finanzsektors führte, sondern umgekehrt diese Politiken sich aus der inneren Notwendigkeit des heutigen Kapitalismus, sich im Bereich der Finanzzirkulation und -spekulation zu reproduzieren, bedingen, treffen Maßnahmen zur Einschränkung der Finanzsektors und der Finanzspekulation den heutigen Kapitalismus in seiner Struktur. Die Eindämmung der Macht der Finanzmärkte trifft also auf die gebündelte Macht und Widerstand des großen Kapitals.

Dabei geht es nicht zuletzt auch um die im engeren Sinn „politische Macht“. Denn alle diese Veränderungen setzen politische Entscheidungen voraus, setzen eine andere Qualität des Staates voraus. Es wäre falsch anzunehmen, man könne quasi neben der aktuellen Macht des Finanzkapitals über Staat und Politik „durch Demokratisierung, indirekte Steuerung und ein neues System sozialer Sicherheit Rahmenbedingungen für die Entfaltung der Selbsttätigkeit der Subjekte … schaffen“ (Joachim Bischoff). Bei der Schaffung dieser „Rahmenbedingungen“ handelt sich um Klassenkampf auf allen Ebenen, der auch auf dieser Stufe schon einen „prinzipiellen“ Charakter hat. Dies gilt natürlich erst recht, wenn wir zu dem kommen wollen, was die Gesellschaft (und die Welt) von ihrem Charakter als „kapitalistische Ware“ befreit:

Anhang:

  • Deutsche Unternehmen in ausländischer Hand – Von adidas bis VW
  • t-online, 18.1.2006
  • Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung –
  • Adidas-Salomon: 85 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 90 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 80 Prozent. (Foto: ddp)
  • Allianz AG: 47 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 68 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 59 Prozent. (Foto: ddp)
  • Altana: 40 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 82 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 55 Prozent. (Foto: ddp)
  • BASF: 53 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 60 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 43 Prozent. (Foto: ddp)
  • Bayrische HypoVereinsbank: 94 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt (-) Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei (-) Prozent. (Foto: ddp)
  • Bayer: 40 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 84 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 58 Prozent. (Foto: ddp)
  • BMW: 43 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 73 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 25 Prozent. (Foto: ddp)
  • Commerzbank: 52 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 25 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 23 Prozent. (Foto: ddp)
  • Continental: 90 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 66 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 61 Prozent. (Foto: ddp)
  • DaimlerChrysler: 49 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 85 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 52 Prozent. (Foto: ddp)
  • Deutsche Bank: 51 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 70 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 59 Prozent. (Foto: ddp)
  • Deutsche Börse: 90 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt (-) Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 42 Prozent. (Foto: dpa)
  • Deutsche Lufthansa: 22 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 70 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 34 Prozent. (Foto: ddp)
  • Deutsche Post: 37 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 50 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 42 Prozent. (Foto: dpa)
  • Deutsche Telekom: 35 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 44 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 30 Prozent. (Foto: ddp)
  • E.On: 54 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 63 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 53 Prozent. (Foto: ddp)
  • Fresenius Medical Care: 45 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 95 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 94 Prozent. (Foto: dpa)
  • Henkel: (-) Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 80 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 80 Prozent. (Foto: dpa)
  • Infineon: (-) Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 80 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 56 Prozent. (Foto: dpa)
  • Linde: 36 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 79 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 65 Prozent. (Foto: dpa)
  • MAN: 46 Prozent der Aktien sind im Besitz ausländischer institutioneller Anleger, zu 38 % bei nichtveröffentlichungspflichtigen Aktionären (Kleinanleger), zu 16 % bei inländischen institutionellen Anlegern. (SZ, 20.5.06) Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 74 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 36 Prozent. (Foto: dpa)
  • Metro: 33 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 52 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 44 Prozent. (Foto: dpa)
  • Münchner Rück: 50 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 54 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 27 Prozent. (Foto: dpa)
  • RWE: 36 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 45 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 43 Prozent. (Foto: dpa)
  • SAP: 40 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 79 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 60 Prozent. (Foto: dpa)
  • Schering: 59 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 90 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 64 Prozent. (Foto: dpa)
  • Siemens: 56 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 79 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 64 Prozent. (Foto: dpa)
  • Thyssen Krupp: 20 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 65 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 50 Prozent. (Foto: dpa)
  • TUI: 35 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 54 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 72 Prozent. (Foto: dpa)
  • Volkswagen: 33 Prozent der Aktien sind in ausländischer Hand. Der Auslandsanteil im Umsatz beträgt 73 Prozent. Der Anteil der Mitarbeiter im Ausland liegt bei 48 Prozent. (Foto: dpa)