isw beim Kongress zu „Umverteilen Macht Gerechtigkeit“ in Berlin

Vom 24. bis 26. Mai 2013 fand in Berlin ein großer Kongress zum Thema „Umverteilen Macht Gerechtigkeit“ statt. Er wurde von einer Vielzahl von Organisationen, auch unter internationaler Beteiligung, getragen, unter anderen von attac, DGB, Verdi, medico, weed. Er beschäftigte sich mit Analyse & Kritik von Verteilungsverhältnissen, mit Handlungskonzepten gegen die Ungleichheit und mit Kampagnen und Aktionen.

In der Abschlusserklärung des Kongresses wurde festgestellt: „Die zunehmend ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung war und ist N/auml;hrboden der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. … Jetzt regiert der Rotstift. Kürzungspolitik gilt als alternativlos und wird vielen europäischen Ländern durch undemokratische Prozesse auferlegt. Dadurch nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich in und zwischen vielen Ländern noch weiter zu. Die Krise wird nicht bekämpft, sondern vertieft. Weltweit wächst die Gefahr steigender Armut.“

Unter der Vorgabe „Ein anderes Europa ist nötig! Und es ist möglich!“ fordert der Kongress:

  • Existenzsichernde Einkommen und gute Arbeit für alle
  • Verlässliche soziale Infrastruktur zur Sicherung der Daseinsvorsorge
  • Ein europaweites Programm für sozial-ökologischen Umbau
  • Vermögen umverteilen statt Kürzungsdiktat
  • Bekämpfung von Steuerdumping, Steuerflucht und -hinterziehung
  • Regulierung der Finanzmärkte
  • Demokratisierung der EU

Das isw war auf dem Kongress ebenfalls vertreten. isw-Mitarbeiter Franz Garnreiter wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen, um in einem Workshop („Inequality in the European Union and worldwide“) neben Referenten aus Norwegen und den USA die Methoden und Verfahren zu erläutern, wie das isw die Welt-Einkommensverteilung analysiert (vgl. isw-report 88). isw-Mitarbeiter Walter Listl stellte in einem gut besuchten eigenen Workshop „Die Herren des Geldes – Reichtum und Macht der 1%“ die Ausmaße der weltweiten Vermögenskonzentration und die Verwerfungen durch die seit Jahren andauernde Finanzkrise dar.

Den Beitrag von Walter Listl können Sie hier lesen.