isw Vollmitglied von transform!Europe

Bericht vom diesjährigen Mitgliedertreffen in Athen

Das europäische Netzwerk für alternatives Denken und politischen Dialog transform! Europe, das aus 27 europäischen linken Forschungs- und Bildungseinrichtungen besteht, traf sich am 18. und 19. September zu seinem diesjährigen Mitgliedertreffen in Athen. Gastgeber war das griechische Nicos Poulantzas Institut.

Das Netzwerk definiert sich programmatisch als ein „Netzwerk für alternatives Denken und politischen Dialog“ und ist von der Partei der Europäischen Linken als die mit ihr korrespondierende politische Stiftung anerkannt. Die Zusammenarbeit zwischen den unabhängigen non-profit-Organisationen, Instituten, Stiftungen, Zeitschriften und Personen im Netzwerk transform! soll zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Transformation der gegenwärtigen Welt und der friedlichen Beziehungen beitragen. Ziele sind die Überwindung von Krieg, Dominanz des Kapitals, sozialer Ungerechtigkeit, Patriarchat, Militarismus und Rassismus, die gemeinsame Entwicklung einer Assoziation, worin die freie Entwicklung jeder einzelnen Person die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Die Gleichheit aller Menschen und ihre Solidarität stellen die wichtigsten Grundwerte von transform! europe dar.

Das alternativ-kritische isw e.V. („Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung – München“) und das Transform!Danmark Netzwerk linker Medien und Parteien wurden als neue Vollmitglieder und das Institute for Labour Studies (ILS) aus Slowenien und die katalanische Fundació l’Alternativa wurden als Observer aufgenommen, so dass transform! Europe nun aus 15 Voll-Mitgliedern und 12 Beobachterorganisationen aus insgesamt 19 europäischen Ländern besteht. Aus Deutschland waren bisher schon die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Zeitschrift Sozialismus Vollmitglieder.

Auf der Mitgliederversammlung koordinierten die Mitglieder des transform!-Netzwerks ihre Forschungs- und Bildungsarbeit, diskutierten eine Einschätzung der europäischen Krise und gemeinsame theoretische und Bildungsveranstaltungen, wie z.B. die europäische Sommeruniversität der EL, strategische Perspektiven der europäischen Linken, Projekte zu sozialen Bewegungen in Europa, zur EU-Austeritätspolitik, zur Informationsfreiheit und zur ökologischen Wirtschaftspolitik. Sie besprachen in solidarischer und konstruktiver Weise Fragen der Publikations- und Informationspolitik, zogen Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Positionierung von transform! („Tasks of a Political Foundation“) und beschlossen den Arbeitsplan 2014 mit entsprechendem Budget. Neben den beiden Hauptprojekten und einer beträchtlichen Zahl dezentraler Projekte steht 2014 im Zeichen der Europaparlamentswahlen, was die Möglichkeit grundsätzlicher Debatten um linke Strategien im Hinblick auf die europäische Entwicklung eröffnet.

Das Treffen wurde überschattet von dem Mord am 34jährigen griechischen Musiker Pavlos Fissas im Arbeiterviertel Keratsini von Piräus durch Faschisten der „Chrysi Avgi“ (neonazistische Partei „Goldene Morgenröte“). Einstimmig verabschiedeten die anwesenden VertreterInnen von 18 politischen Stiftungen aus 14 Ländern Europas eine Protestresolution, in der energische Schritte gegen die Neonazis gefordert werden.