isw-Mitarbeiter Kerem Schamberger von Commerzbank diskriminiert.

Pressemitteilung des isw e.V.
isw-Mitarbeiter Kerem Schamberger von Commerzbank übel diskriminiert.
isw fordert die demokratische Kontrolle der Großbank.

Der Münchnerin Evelyn Schamberger wurde ihr Konto bei der Commerzbank gekündigt, da sie sich weigerte, ihrem Sohn Kerem die Vollmacht zu entziehen. Eine interne Abteilung der Bank hätte Erkenntnisse erhalten, so die Mitteilung der Bank, dass ihr Sohn zu einer „Personengruppe“ gehöre, mit der man keine Geschäfte machen wolle.

Die ‚Münchner Abendzeitung‘ begriff den Zusammenhang: „Kerem ist aber nicht nur Sohn – er ist auch überzeugter Kommunist, sogar Sprecher der Münchner Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Bei der kommenden Stadtratswahl tritt er für die Linke an.“ Darüber hinaus ist Kerem Schamberger gewähltes Mitglied der Fachschaft Kommunikationswissenschaft an der Universität München, und er ist Mitarbeiter des isw.

Wir fühlen uns mithin gleich mehrfach angesprochen und angewidert. Die Commerzbank wurde gerade mit Milliarden Euro Steuergeldern vor der Pleite bewahrt und nun legt sie fest, mit welchen Personen sie Geschäfte machen will und mit welchen nicht. Natürlich sollen Kommunisten nicht dazu gehören, schon gar nicht solche, die wie Kerem Schamberger auf öffentlichen Veranstaltungen die miserable Vorstellung der Commerzbank auf Euro und Cent berechnen und vortragen.

Wenn deutsche Großbanken solche Roten Karten verteilen wollen, dann müssen sie viele nachdrucken: eine große Zahl der deutschen Wissenschaftler plädiert für eine demokratische Kontrolle der Großbanken. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Wolfgang Streeck, gehört dazu wie Dutzende seiner KollegInnen an zahlreichen Universitäten und auch Nobelpreisträger der letzten Jahre. Jeder zehnte deutsche Wähler hat die Partei die Linke gewählt, zu deren Programm die Vergesellschaftung der Banken gehört. Wir vom isw fordern die Wirtschaftsdemokratie für alle Bereiche – müssen wir jetzt damit rechnen, dass wir nirgendwo mehr etwas erhalten, vom Supermarkt über die Stadtwerke bis zu den Schwimmbädern?

Was die Commerzbank im Fall Schamberger treibt, ist übelste Kapital-Diktatur. Sie liefert einen zusätzlichen Grund, dass sie schleunigst vergesellschaftet wird. Ihrer PR-Abteilung ist zu einem neuen Werbespot zu raten: Wir legen alle lahm, die nicht mit uns ziehen.