Fred Schmid zum 80.

Fred Schmid wird am 16. Februar 80 Jahre alt. Dazu wünschen wir alles Glück weiterhin. Möge sein Verstand so wach bleiben wie bisher, seine Eingriffslust ins politische und publizistische Geschehen ungebrochen und seine körperliche Robustheit so stark wie je. Wir brauchen ihn mehr denn je. Aber es ist nicht nur der Egoismus des isw, dass wir ihm Glück, Gesundheit und Tatkraft dauerhaft an den Hals wünschen – es ist auch die Freundschaft und Dankbarkeit für einen selbstlosen Wissenschaftler und Genossen, dessen publizistische und politische Qualitäten vielleicht nur von seiner Bescheidenheit übertroffen werden.

Fred und das isw gehören zusammen, vom ersten Tag an. Fred war Pate bei der Taufe des isw-Babys 1991. Seitdem sind über 200 Publikationen des isw erschienen, ein großer Teil davon in seiner Verantwortung und aus seiner Feder. Die jährlich erscheinende Wirtschaftsbilanz mit den vielfältigen Statistiken zur wirtschaftlichen und sozialen Lage Deutschlands stammt im Wesentlichen von ihm. Seine Texte zu Krieg, Rüstung und Frieden, zu Renten, Mieten und anderen gravierenden sozialen Fragen werden bei Gewerkschaftern und sozial Bewegten ebenso interessiert aufgenommen wie Analysen zur Entwicklung Chinas oder zur Krise des globalen Kapitalismus. Fred, seit seiner Dissertation über den „Militärisch-industriellen Komplex in der BRD“ Dr. oec.publ., ist einer der wichtigen linken Publizisten im Land.

Fred war nicht immer „nur“ Publizist. Er war höchst aktiv in der Politik. Vor genau 50 Jahren war er Mitbegründer des MSB Spartakus und der DKP. Schon vorher war er Mitglied der kommunistischen Bewegung und hat noch während der KPD-Verbotszeit eine kommunistische Hochschulgruppe an der Universität München gegründet. Lange Jahre war er Kreisvorsitzender der DKP München. Wenn „Kommunismus die wirkliche Bewegung“ ist, „welche den jetzigen Zustand aufhebt“ (Marx/Engels), dann gehört Fred zu den wirklichen Kommunisten.

Und dann ist Fred Bayer. Er ist aufgewachsen im antifaschistischen Bayern – Vater und Onkel waren im KZ – und seine Liebe zu den Bergen, zum Ammersee, zu Skipisten und Langlaufloipen hat nichts mit bayerischer Folklore, aber viel mit Widerständigkeit und Selbstbestimmung zu tun. Wunderbar ausgedrückt hat sich diese Heimatliebe, als er in den 70er und 80er Jahren mit der „Rüstungswand“ durch die bayerischen Lande zog, auf der im Einzelnen nachgezeichnet war, wie sich die Hauptkräfte von Hochrüstung und Militarisierung hier in Bayern konzentrieren. So mancher und manche haben Hochrüstung und Kriegsgefahr an dieser Wand buchstabieren gelernt.

Nun also, lieber Fred, geht es weiter. Du hast mit uns zusammen noch viel vor. Die Fragen einer demokratischen Transformation über den Kapitalismus hinaus, die „Postwachstumsgesellschaft“, die Verteidigung sozialer und demokratischer Ansprüche gegen einen diktatorischen Neoliberalismus, der Umbau der Weltordnung – das alles sind Themen, bei denen wir Deine Mitarbeit, Deinen kritischen und konstruktiven Geist dringend brauchen.

Also: auf eine noch lange Zeit heftiger und fruchtbarer Zusammenarbeit.

Deine Kolleginnen und Kollegen im isw