Claus Schreer zum 80.

Die isw-Redaktion gratuliert Claus Schreer herzlich zum 80. Geburtstag.

Claus Schreer und die Friedensbewegung – das ist vor allem in München für viele ein Synonym. Denn Claus ist seit den frühen Münchner Ostermärschen bis zu den Anti-SIKO-und Solidaritätsaktionen eine treibende Kraft. Solidarität mit den Kurdinnen und Kurden ist Claus heute ein besonderes Anliegen, seitdem er den Terror der Türkei und den Einsatz deutscher Panzer in Kurdistan hautnah miterlebt hat.

Claus gehört zu den unermüdlichen Initiatoren des jährlichen Festes der Solidarität auf dem Münchner Rotkreuz-Platz. Claus’ Credo: – die Münchner Plätze gehören ebenso wie die Fußgängerzone und die Straßen nicht dem Kommerz, sondern den demokratischen Bewegungen, sie sind die Bereiche, in denen das Demonstrationsrecht reklamiert und durchgesetzt werden muss. Das Demonstrationsrecht werde dann am wirkungsvollsten verteidigt, wenn es wahrgenommen wird.

In den Medien gibt es viele Bezeichnungen für ihn: „street fighting man“ Münchens, den „personifizierten Protest“, „Berufsdemonstrant“ oder „Alt-68er“. Aber diese Beschreibungen sind unzureichend, denn Claus ist nicht „nur“ Aktivist. Er ist ein kluger Analytiker gesellschaftlicher Verhältnisse. Seine fast schon reflexhaft Reaktion auf analysierte Missstände: Da muss man doch was tun.

Claus ist davon überzeugt, dass sich nur etwas verändern lässt, wenn die Menschen ihre Rechte einfordern, vorzugsweise auf der Straße. Gegen NATO, Rüstung und Krieg, gegen Naziaufmärsche, Nationalismus und Beteiligung Deutschlands an der globalen Kriegspolitik – diese Entwicklungen treiben Claus an und seine Energie motiviert viele, sich politisch zu engagieren.

Friedenspolitik ist nur eins der Gebiete, in denen er Sachverständiger ist. Bereits 1997 hat er den isw-Report geschrieben zur Wohnungs- und Mietenproblematik: „Das Geschäft mit der Wohnung“. Nicht nur ein Produkt gründlicher Analyse, sondern auch Ergebnis vieler politischer Aktivitäten zu diesem Thema. In den 70er und 80er Jahren war er bei Stadt-Politikern gefürchteter Diskutant in den Bürgerversammlungen, wenn es um Wohnungs- und Stadtteilpolitik ging. Die Stadtteilzeitung der DKP-Neuhausen – „der Rotkreuzplatz-Blitz“ – war maßgeblich von ihm geprägt.

Für das isw hat er zahlreiche Beiträge geliefert. Am eindrucksvollsten sicherlich der Grafik-Report Nr. 12: NATO.RÜSTUNG.KRIEG, zu 60 Jahren NATO. Aber auch die Ausstellung: „Der Krieg der Reichen gegen die Armen“. Als gelernter Grafiker versteht er es bestens, komplizierte Zusammenhänge in Bilder und Grafiken umzusetzen.

Claus ist nicht nur ein politischer Mensch. Er liebt die Berge und Seen und wandert mit Monika viele Stunden. Und Kreta! Dort verbringt er die meisten längeren Urlaube. Und man glaubt es kaum. Dort hält er es ohne Demos und Aktionen aus. Obwohl es aus seiner Sicht auch dort viel zu tun gäbe. Wir wünschen Claus viele entspannte Wanderungen und Urlaube mit seiner Monika. Und für uns – das isw – kritische und anregende Diskussionen.

Herzlichen Glückwunsch und Danke Claus!