Welthandel verliert weiter an Schwung

2017 | pxhere.com | Public Domain

Protektionismus, Konkurrenz und Hochrüstung werden noch zunehmen

Schon im September 2018 hat die Welthandelsorganisation (WTO) die Wachstumsdaten des internationalen Handels nach unten korrigiert. 2017 war dieser um 4,7% gestiegen, 2018 werden es nur noch 3,9% sein und 2019 noch 3,7%. In seinem aktuellen „World Trade Outlook Indicator“ (Indikator des Ausblicks auf den Welthandel – es werden die Entwicklungstendenzen untersucht) wird der ständige Rückgang des Export-Aufträge-Index festgestellt. Er ist jetzt in der Nähe des Minus-Rekords, den er zur Eurozonenkrise 2012 erreicht hatte. Alle Sektoren sind von der negativen Entwicklung betroffen, doch sind besonders schwach die Aussichten für zwei der Konjunkturfavoriten der Industriestaaten, die Produktion von Automobilen und Elektronik-Komponenten.

Dass die globalen Märkte relativ enger werden, wird die Konkurrenz zwischen Nationalstaaten allgemein und den stärksten Global Playern im Besonderen weiter zuspitzen. Der Protektionismus à la Trump wird weiter seine destabilisierende Rolle spielen. Die Zollerhöhungen werden mehr denn je von Maßnahmen der Hochrüstung und der militärischen Drohungen begleitet. Die Massenkaufkraft bleibt immer weiter hinter der Produktionspotenz der nationalen Volkswirtschaften zurück. Es wird aber angesichts des schwächer wachsenden globalen Marktes schwieriger, mit Exportüberschüssen ein Ventil für die Flaute der Binnennachfrage zu schaffen. In Asien – APEC-Konflikt zwischen USA und China – und in Europa – die Anti-Russlandstrategie von Deutschland im Verein mit einer bankrotten und umso kriegslüsterneren Ukraine-Führung – stehen die Zeichen auf Krieg.