Der Alternativgipfel „KonTra IAA – Kongress für transformative Mobilität“ – Richtungswechsel

29.09.2021 | Willy Sabautzki

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2019 | DIE LINKE, Flickr | CC BY 2.0

Anläßlich der Internationalen Automobilausstellung IAA 2021 fand am 9. und 10. September in München der Alternativgipfel „KonTra IAA – Kongress für transformative Mobilität“ statt.

Dieser Kongress mit seinen vielfältigen Podien, Workshops und Foren war ein elementarer Bestandteil der Gegenaktivitäten zur grün maskierten „IAA Mobility“ in München.

Ein sozial-ökologischer Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, das uneingeschränkte Ziel, um den menschengemachten Klimawandel entschlossen entgegenzutreten, bedeutet zuallererst eine Dekarbonisierung, eine Abkehr von fossilen Energieträgern als zentrales Mittel für den Klimaschutz.

Der Wirtschaftszweig Automobilproduktion mit seiner nahezu uneingeschränkten Ausrichtung auf Verbrennungsmotoren erzeugt den Hauptanteil der gigantischen Dimensionen an CO2– Ausstoß und verschärft die Klimakrise. An diesem desaströsen Zustand ändern auch die vermeintlichen Zugeständnisse der Automobil-Konzerne nichts, zukünftig Alternativen zu den verbrennungsmotorischen Antrieben in ihrem Produkt-Portfolio zu berücksichtigen. Sie bedeuten keine Abkehr von einer auf Profit ausgelegten kontinuierlichen Steigerung der weltweiten Automobil-Produktion der übermächtigen Automobilkonzerne. Sie verhindern die Abänderung der auf den Automobilitäts-Verkehr ausgerichteten Verkehrsmarktordnung. Der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, Straßenbahnen, der Ausbau von Radwegen und die Schaffung autofreier städtischer Lebensräume. Die Erhöhung der Pendlerpauschale ist die billigste Variante, die versäumten Infrastrukturmaßnahmen in der Fläche schönzureden und die fossile Automobilität fortzuschreiben.

Die IAA Mobility, getragen von den Autokonzernen und ihren Lobbyverbänden war im Schulterschluss mit der Stadt München erwartungsgemäß eine „Glanz- und Gloria“-Veranstaltung der Automobilindustrie mit all ihren „grünen Teillösungen“, die den Blick auf eine sozial-gerechte Mobilitäts- und Verkehrswende, selbst bei herbstlichem Sonnenschein, zu vernebeln versuchte. Es war eine machtwirksame Demonstration der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs am Verkehrsaufkommen und der dafür geschaffenen Verkehrs-Infrastruktur.