Liebe ISW-Leserinnen und Leser,

der aktuelle Newsletter beginnt mit der Debatte: Was ist zu tun gegen TTIP und CETA, nachdem der SPD-Konvent krachend eingeknickt ist und grünes Licht für CETA gegeben hat. Conrad Schuhler weist nach, dass CETA das Trojanische Pferd des Sigmar Gabriel ist. Der sagt Adieu zu TTIP, weil CETA tatsächlich alle fatalen Regeln von TTIP bereits enthält und über 90% der US-Konzerne Niederlassungen in Kanada haben und so das Abkommen mit Kanada für sich nutzen können. Leo Mayer stellt fest, dass sich das politische System offensichtlich immun macht gegen eindeutige gesellschaftliche Mehrheiten. Die neuen Aktionsvorschläge von Campact gegen CETA müssen unterstützt werden, und die Linke sollte sich an die Entwicklung eines „dritten Pols“ zwischen dem autoritär regierenden Machtblock und einem sich radikalisierenden Rechtspopulismus machen.

In einem Vortrag vor der Ethecon-Stiftung analysierte Schuhler den Gegensatz zwischen Ethik und kapitalistischem Profitsystem. Adam Smiths These, die „unsichtbare Hand“ des Marktes würde  rücksichtsloses Eigeninteresse in den größten Gemeinnutzen überführen, stellt er die Realität entgegen: Die Profite sind in Rekordhöhe, das Gemeinwohl in Rekordtiefen. Die globale kapitalistische Profitwirtschaft produziert den größtmöglichen Schaden für Menschen und Natur.

Bayer hat Monsanto für 66 Milliarden $ aufgekauft und ist damit zum mit Abstand größten Agrarkonzern geworden. Bei Gen-Pflanzen nimmt das Konzern-Monster mit 90% eine weltweite Monopolstellung ein. Leo Mayer untersucht vor diesem Hintergrund die Zukunft der Landwirtschaft und verweist auf das neue isw-spezial 28: Das Geschäft mit der Nahrung.

Wir melden uns mit einer neuen Bitte um Spenden. Wir haben wieder eine erfreuliche Summe an eingegangenen Spenden – für die wir uns herzlich bedanken - zu vermelden, liegen aber hinter dem gesteckten Ziel noch zurück.  

Solidarische Grüße

Redaktion des isw

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Kommentare & Beiträge

CETA: Wie weiter nach dem Einknicken der SPD?
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CETA – das Trojanische Pferd des Sigmar Gabriel
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Bayer, Monsanto und die Zukunft der Landwirtschaft
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Wiesn hinter Gittern. Doch die Gefährdung kam von oben
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Ethik und Profitsystem: globaler Wertewandel nötig
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Hefte

grafikinfo 09/2016

Neue ISW-Grafik-Info: Der Krieg der Reichen gegen die Armen            

Auf zwölf Seiten tragen die Autoren Fred Schmid und Claus Schreer Fakten und Argumente zu den Themen zusammen: Der Club der Mächtigen (G7) / Die Diktatur der Banken und Konzerne / TTIP – die „ökonomische Nato“ / Gipfel des Reichtums – Abgrund des Elends / Die NATO – das Schwert der USA und EU / Krieg um globale Vorherrschaft / Neue Macht – Neuer Militarismus / “Diese Wirtschaft tötet“ / Neokoloniale Ausbeutung des Südens / Krieg – Armut – Flucht / Festung Europa – Massengrab Mittelmeer / Alternativen zur Flüchtlingsabwehr. Es handelt sich um eine ergänzte und aktualisierte Ausgabe von grafik-info: G7 – Club der Mächtigen.

Die Seiten dieses isw-Grafikinfos gibt es auch als Ausstellung. 12 Seiten, je 66 cm breit, 115 cm hoch auf Plastikfolie. An allen vier Ecken befinden sich gestanzte Ösen für die Aufhängung. Ausleihgebühr für vier Wochen: 50 Euro (inkl. beide Transporte). Bestellung bei isw_muenchen@t-online.de

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Das ISW braucht Ihre/Deine Spende

2015 haben wir unser Spendenziel zwar klar übertroffen, doch mussten wir für 2016 erneut ein Spendenziel von 15.000 Euro setzen, um unsere Publikationen und Veranstaltungen zu finanzieren, ohne unsere Preise zu erhöhen. Ende September liegen wir bei einem Spendenaufkommen von 8.380 Euro. Das ist eine schöne Summe, für die wir uns ganz herzlich bei allen bisherigen Spenderinnen und Spendern bedanken. Doch bleibt die Summe hinter dem angestrebten Ziel zurück. Deshalb ist sie uns Anlass, nochmals intensiv um Spenden zu bitten, damit wir unser Ziel erreichen. Jede Spende, ob 5 oder 20 Euro oder auch mehr ist hoch willkommen.