Liebe isw-Leserinnen und -Leser,

in unserem aktuellen Newsletter beschäftigen wir uns zunächst mit dem Ergebnis der Bundestagswahlen am vergangenen Sonntag. Conrad Schuhler urteilt, dass der politische Protest die Rechte und nicht die Linke stark gemacht hat, weil es keine linke Wahlalternative gegeben hat – SPD und Grüne haben Rot-Rot-Grün als realistische Möglichkeit unmöglich gemacht. Jetzt gehe es darum, die Millionen, die schon in Bewegung sind für eine nationale und internationale Politik der Solidarität, des Friedens und des Schutzes der Umwelt zusammenzubringen zu einem „dritten Pol“ gegen den neoliberalen Marktradikalismus und gegen den ethnonationalistischen Rechtsextremismus.

Georg Polikeit stellt fest, dass in Frankreich mit den Aktionen am 21. September und den Tagen danach die Gegenwehr zu Macrons Sozialabbau weitergeht. Ein neuer Höhepunkt soll der 10. Oktober werden, für den die CGT Öffentlicher Dienst die Beschäftigten in öffentlichen Unternehmen und die Staatsbediensteten zu einem unbefristeten Streik aufgerufen hat.

Claus Schreer untersucht die sich zuspitzende Lage auf der koreanischen Halbinsel. Er vertritt die These, dass Chinas Zustimmung zur Resolution des UN-Sicherheitsrates und zu den jetzt verhängten Sanktionen nicht der Lösung des Konflikts dienen – sie seien vielmehr für die US-Regierung eine Ermunterung, ihre militärischen Drohungen fortzusetzen und schließlich auch wahrzumachen. Es müsse eine umfassende Friedensregelung zwischen Nord- und Südkorea angestrebt werden, wozu ein Abzug der US-Truppen aus Korea und ein Friedensvertrag zwischen beiden koreanischen Staaten mit dem Ziel einer atomwaffenfreien Zone auf der koreanischen Halbinsel gehörten.

Von Fred Schmid drucken wir einen Auszug aus isw-Report 109 (Krise des Globalen Kapitalismus – und jetzt wohin). Es geht um „Grenzen oder neue Perspektiven der Globalisierung aus chinesischer Sicht“. Während das Globalisierungspotenzial der Industrieländer offenbar weitgehend erschöpft sei, steigen Chinas internationale Direktinvestitionen und Firmenkäufe weiter an. China verfolge aber ein „inklusives Entwicklungsmodell“, das sich zum Nutzen aller Beteiligten auswirke.

Marcus Schwarzbach hält dafür, dass die Arbeitszeitverkürzung in der Tarifrunde des nächsten Jahres wieder ein Thema für die IG Metall ist. Die diesjährige Arbeitszeitkonferenz der Gewerkschaft kam zu dem Ergebnis, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie auf 28 Wochenstunden reduzieren können sollen. Um das durch die Digitalisierung sinkende Arbeitsvolumen betrieblich etwas auffangen zu können, ist Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich eine passende Antwort. 

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Kommentare & Beiträge

Die Wahlen: wie weit geht das Land nach rechts?
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Frankreich: Gegenwehr zu Macrons Sozialabbau geht weiter
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Verhandlungen oder Krieg?
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Grenzen oder neue Perspektiven der Globalisierung aus chinesischer Sicht
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Arbeitszeitverkürzung wieder ein Thema – wichtiger denn je!
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Neuer isw-report!

report 110

Jan C. Zoellick: Postwachstum. Unser Leben nach dem Wachstumswahn.

28 Seiten

2,50 Euro zzgl. Versand

erscheint: 4. September

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Veranstaltungen

Marxistische Theorie: darum braucht man sie heute.

Marxistische Theorie: darum braucht man sie heute.

Datum: 14.10. bis 15.10.2017

Uhrzeit: Beginn: Samstag 12 Uhr, Ende: Sonntag 13 Uhr

Ort: Kurdisches Gesellschaftszentrum München e.V., Arnulfstr. 197

Marxistische Konzepte auf dem Prüfstand. Wie nützlich sind sie für den Kampf um eine "andere Welt"?

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Seit nunmehr 27 Jahren liefert das isw Informationen und Analysen für GewerkschafterInnen und Aktive in den sozialen Bewegungen. In Hamburg waren wir mit Informationsständen und workshops beim „Gipfel für globale Solidarität“ aktiver Teil der Proteste gegen den G20 Gipfel.

Mit unseren Heften, Veranstaltungen, unserer Internetseite und dem regelmäßig erscheinenden Newsletter unterstützen wir diejenigen, die für eine sozialökologische Wende in Politik und Wirtschaft eintreten.

Dies haben wir bisher ohne Zuwendungen von Parteien, Stiftungen oder sonstigen Institutionen geschafft. Das verdanken wir vor allem unseren Abonnenten, Förderern und Spendern.

Diese finanzielle Unabhängigkeit von anderen Institutionen ist eine wesentliche Grundlage für unsere Arbeit, die sich an den Interessen der abhängig Beschäftigten und all derer ausrichtet, die um eine gerechtere, ökologischere und demokratische Welt kämpfen.

Unter anderem auf Grund geänderter Steuerregelungen sind wir gezwungen, jährlich mindestens 15.000.- € pendenaufkommen zu erreichen, um unsere Arbeit fortsetzen zu können. Dieses Ziel haben wir derzeit erst zur Hälfte erreicht. Siehe unser Spendenbarometer auf unserer Startseite.

Deshalb wenden wir uns mit diesem Spendenaufruf an unsere LeserInnen und FreundInnen mit der Bitte, uns mit einer Spende zu unterstützen.

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