Liebe isw-Leserinnen und Leser,

die Münchner Polizei treibt ihre Repression gegen Kerem Schamberger weiter. Gegen den stellvertretenden isw-Vorsitzenden ist ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen „übler Nachrede/Verleumdung zum Nachteil einer Beamtin des Polizeipräsidiums Münchens“ eröffnet worden. Es geht um eine Beamtin, die an der Polizeiaktion in der Wohnung Schambergers beteiligt war. Lesen Sie Schambergers Erklärung: Polizeirepression geht weiter. Wir bitten um weitere Solidaritätserklärungen an das isw.

Zwei umfangreiche Artikel beschäftigen sich mit der „Reform der Eurozone“. Charles Pauli untersucht die Pläne von Macron und Juncker und die Haltung der deutschen Regierung. Als Kernproblem sieht er das Auseinanderdriften der Euroländer bei Einkommen und Wohlstand. Macrons Vorschläge böten Ansätze, um schwächere Länder zu unterstützen. Doch die EU-Kommission blockiert die nötigen EU-Reformen, vorangetrieben vom politischen Schwergewicht Deutschland.

Georg Polikeit untersucht die Vorschläge Macrons im Detail. Er stellt fest, dass irgendwelche Überlegungen in Richtung Erhöhung der europäischen Sozialstandards oder EU-verbindliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung völlig fehlen.

Was uns wirklich droht mit Glyphosat, erörtert Angela Müller. Ist die Aufregung um das Pestizid etwa unnötig, weil bisher keine auf Glyphosat zurückzuführenden Krebsfälle bekannt sind? Sie widerlegt dies in ihrem Kommentar und weist darauf hin, dass mit Glyphosat bekämpfte Unkräuter zunehmend resistent gegen das Agrargift werden – die Aufwandmessungen müssen ständig erhöht werden, bestens für die Hersteller, verheerend für Menschen und Umwelt.

Die Industrialisierung der Landwirtschaft mit Monokulturen und Totalherbiziden bringt, führt Franz Garnreiter aus, kurzfristig Ertragssteigerungen, aber langfristig die Zerstörung der Artenvielfalt und die Verschlechterung der Bodenqualität.

Die „Münchner Sicherheitskonferenz“ steht bevor, und wie jedes Jahr hat die Konferenz in Zusammenarbeit mit McKinsey sie mit einem „Munich Security Report“ vorbereitet. Fred Schmid zeigt, dass der Report keinerlei Frieden auf Erden, aber weiteres Wettrüsten und noch frostigeren Kalten Krieg 2.0 verkündet.

Marcus Schwarzbach untersucht die Propaganda der Konzerne, wonach die Großzahl gewerkschaftlich erstrittener Schutzrechte im Übergang zur digitalisierten Ökonomie untauglich oder gar kontraproduktiv sei. Als Gegenrezept für Gewerkschafter und Betriebsräte weist er hin auf das isw-Wirtschaftsinfo 52 „Agil und ausgepresst – Agile Unternehmensführung als Herausforderung für Gewerkschafter und Betriebsräte in der digitalen Arbeitswelt“.

Mit 16.650 Euro haben wir Mitte Dezember unser Spendenziel für 2017 übertroffen. Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender. Wir nehmen Kurs auf die Verbesserung unseres Internetangebots und sind deshalb dankbar für jeden weiteren Euro, der noch bei uns eintrifft.

Gehen wir gefasst zu auf Weihnachten, das ja ein Fest des Friedens sein soll. Dass 2018 ein Jahr des Friedens wird, verlangt wieder jede Menge Einsatz. Wir sind dabei.

Ihre isw-Redaktion

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Kommentare & Beiträge

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Reform der Eurozone: Juncker, Macron und der Überschäuble
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Macron und die EU
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Glyphosat – was wirklich droht
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Klimawandel, Insektensterben, Glyphosat: Kein Stopp der Umweltzerstörung in Sicht
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„Münchner Sicherheitskonferenz“ im Rüstungswahn
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Kampf um die Köpfe in der digitalisierten Arbeitswelt
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Neue Hefte

report 111

Walter Baier, Erhard Crome, Conrad Schuhler: report 111

Die Zukunft Europas - Ohne demokratische Erneuerung hat es keine

erscheint: 27. November 2017
Umfang: 32 Seiten
Kosten: 3 €

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wirtschaftsinfo 52

Marcus Schwarzbach: wirtschaftsinfo 52

Agil und ausgepresst – Agile Unternehmensführung als Herausforderung für Gewerkschaften und Betriebsräte in der digitalen Arbeitswelt

erscheint: 27. November 2017
Umfang 16 Seiten
Kosten: 1,50 €

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Unser Ziel für 2017 war: 15.000 Euro Spenden. Wir brauchen dieses Minimum, um unsere Leistungen finanzieren zu können: Reports, Wirtschaftsinfos, Grafik-Reports, Spezials, Forschungshefte, Veranstaltungen (von „kleinen“ Vorträgen und Seminaren bis hin zu Foren oft globalen Zuschnitts). Nun haben wir Mitte Dezember 16.650 € erreicht.

Unser herzlicher Dank dafür. Wir wissen, dass die meisten unserer LeserInnen und SpenderInnen mit ihrem Geld rechnen müssen. Eines der Dinge, die uns verbinden. Um so froher sind wir über den Erfolg.

Sollten wir zum Ende des Jahres „Überschüsse“ erzielen, wäre das ein Glück. Wir wollen nämlich unseren Internetauftritt erheblich ausweiten. Das wird uns auch finanziell fordern. Wenn es zum Jahresende von Ihnen etwas zu vergeben gibt – wir können es gut und für uns alle nützlich gebrauchen.