G8: Agenda des kollektiven Imperialismus

Datum: 24/05/2007
Datum: 24. Mai 2007
 Krieg Profit
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: EineWeltHaus, Großer Saal, Schwahntalerstr. 80
Im Juni 2007 treffen sich die G8, um die Weichen für die zukünftige globale Wirtschaftspolitik zu stellen. Mit einem knallharten neoliberalen Programm soll die Verfügbarkeit des Globus und seiner Bewohner für die Wachstums- und Profitinteressen der Transnationalen Konzerne perfektioniert werden.

Im Zentrum der sog. „Global Governance“ agiert die G8, die eine Weltregulierung ohne Weltregierung und vor allem ohne jede demokratische Kontrolle darstellt. Neben dieser „zivilen“ Global Governance werden Militärsysteme aufgebaut, die global zum Einsatz kommen, wenn die zivilen Mittel nicht mehr greifen. Immer offener rückt in den Mittelpunkt der G8 und seiner Mitgliedsstaaten ein brutaler Rohstoffimperialismus, der vor allem die Ressource Öl/Gas sichern soll.

Vom ersten Tag ihrer Gründung mühten sich die G7/G8-Länder, die sog. weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte in den Griff zu kriegen, wie sie sich heute v.a. im wachsenden Leistungsbilanzdefizit der USA, in den entsprechend hohen und immer höheren Exportüberschüssen Deutschlands, Japans und Chinas und einem schwächer werdenden Dollar ausdrücken. Wirtschaft und Gesellschaft der USA werden seit Jahren von anderen Ländern „durchgefüttert“, und es fragt sich, wie lange sich die Bevölkerungen dieser Länder das noch gefallen lassen.

Das Krisenpotenzial des globalen Imperialismus ist heute größer denn je, sein Krisenmanagement amEnde seines Lateins. Gleichzeitig tauchen Gegenkräfte auf der politischenWeltbühne auf: Mit BRIC – Brasilien, Russland, Indien, China – entwickelt sich ein ernstzunehmendes Gegengewicht. In Lateinamerika bildet sich um Venezuela und Kuba eine Allianz, die den Transnationalen Konzernen Paroli bieten kann. Im Nahen Osten erweisen sich die USA und ihre „willigen“ Partner als unfähig, den Widerstand in der wegen der Öl- und Gasvorkommen strategischen Region zu unterdrücken. Die Politik der G8 bringt die Welt an den Rand der Katastrophe, wirtschaftlich, sozial, militärisch, ökologisch.

Vortrag und Diskussion mit Conrad Schuhler und Leo Mayer, Autoren von isw-report 69/70.