forschungshefte 2

15.03.2005 | Conrad Schuhler

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Von 2002 bis 2004 währte im größten IT-Standort von Siemens in Deutschlandein grundlegender Arbeitskonflikt. Hintergrund war nicht zuletzt das Offshoring-Konzept des Managements. In der Münchner Hofmannstraße sollten innerhalb weniger Wochen über 3000 hochqualifizierte IT-Spezialisten ihren Arbeitsplatz verlieren. Betriebsrat und Belegschaft konnten, unterstützt von der IG Metall, in einem entschlossenen Arbeitskampf einen größeren Teil der Arbeitsplätze retten. Die bislang vom Selbstverständnis eigenständiger „Arbeitskraft-Unternehmer“ erfüllten Mitarbeiter traten in großer Zahl der IG Metall bei. Mit dem NCI entwickelte sich eine eigenständige Verteidigungsorganisation der Beschäftigten. Der Gesamtbetriebsrat änderte seine bisherige Haltung des „Co-Managements beim Abbau“ und stellte fest, dass die Globalisierungsstrategie des Konzerns den Standort Deutschland gefährde. Die Studie analysiert detailliert die Offshoring-Pläne des Konzerns und schildert die Folgen des „Kulturwandels“ bei Siemens u.a. anhand von strukturierten Gesprächen mit 51 der betroffenen Siemens-Beschäftigten.