report 12

11.06.1992 | Franz Garnreiter

Drucken

„Selbst eine ganze Gesellschaft, eine Nation, ja alle gleichzeitigen Gesellschaften zusammengenommen, sind nicht Eigentümer der Erde. Sie sind nur ihre Besitzer, ihre Nutznießer, und haben sie als boni patres familias (= gute Familienväter) den nachfolgenden Generationen verbessert zu hinterlassen.“ (K. Marx, Das Kapital, Band 3, MEW 25, S. 784).

Dieses vernünftige Prinzip menschlichen Handelns wird mehr denn je verletzt. Die Anzeichen dafür, dass sich das Weltklima aufgrund menschlichen Handelns dramatisch zu ändern beginnt, häufen sich. Sechs der zehn im Weltdurchschnitt wärmsten Jahre seit Beginn der weltweiten Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1860 lagen im letzten Jahrzehnt (1990, 1989, 1988, 1987, 1983, 1980). Extreme Wetterlagen (Wirbelstürme, Dürren, Überschwemmungskatastrophen) treten immer öfter auf. Die Wüsten breiten sich weiter aus und die Wälder sterben oder werden vernichtet (Tropen).

Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Entwicklungen um den Beginn der Auswirkungen von menschenverursachten Klimaänderungen (Treibhauseffekt). Ihr wahrscheinlicher Verlauf, wenn zu wenig dagegen getan wird, ist absolut zerstörerisch. Die norwegische Ministerpräsidentin Gor Harlem Brundtland stellte auf der Umweltkonferenz 1988 in Toronto die Auswirkungen des Treibhauseffektes auf die Menschheit als so gravierend dar, dass ihr Ausmaß nur durch einen weltweiten Atomkrieg übertroffen werden könne (Enquete 1988, S, 442).

Dieser isw-report diskutiert einige Behauptungen zum Treibhauseffekt, die von den Nutznießern und von den ideologischen Multiplikatoren der herrschenden Gesellschaft gerne ins Spiel gebracht werden und Verbreitung finden vom Stammtischgespräch bis zu den Leitartikeln der seriösen Presse. „Man weiß ja gar nicht, ob es überhaupt ein Treibhausproblem gibt. Deshalb soll nichts überstürzt werden.“