report 121

16.05.2020 | Conrad Schuhler

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Das Aufeinandertreffen der drei Krisen – der Finanzcrash, die folgende schwere Rezession, die Pandemie – hat zu einem Krisenknäuel geführt, das die Welt an den Rand ihrer bisherigen Existenz gebracht hat: Die Imperative des Höchstprofits haben dafür gesorgt, dass die Pharmaindustrie bei ihrer üblichen hochprofitablen Produktions- und Verkaufsstrategie blieb und die teure Neuentwicklung von Impfstoffen und Medikamenten für die seit langen Jahren erwarteten Epidemien unterließ. Gleichzeitig wurden die weithin privatisierten Gesundheitssysteme in der kapitalistischen Welt so ausgedünnt, dass sie sich beim Auftreten des Virus als höchst unzureichend erwiesen. Das Coronavirus hat die Misere des finanzkapitalistischen Systems in schrecklicher Weise offenbart. Die gigantischen „Rettungspakete“ stärken in erster Linie die Kräfte, die schon für diesen Absturz verantwortlich waren. Auf ein Neues also?

Oder gibt es ein Leben in Demokratie, Solidarität, Kooperation nach und mit dem Virus? Nie war internationale Kooperation und solidarisches Verhalten wichtiger und waren nationalistische Parolen wie „America first“ irrsinniger und menschenfeindlicher. Viel zu tun für die internationale Bewegung. Fridays for Future muss zu einer globalen Bewegung für alle Generationen und für jeden Wochentag werden.

  1. 2009 – war da was?
  2. 2010 – 2020: Statt Zähmung der Finanzmärkte: Die Finanzialisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
  3. März 2020: Crash im Finanzsystem. Die größte Rezession seit einem Jahrhundert
  4. Die „Rettungspakete“ gegen die Krise – das letzte Aufgebot des Finanzkapitalismus
  5. Und jetzt – wohin? 5 Lehren