report 125

08.06.2021 | Roland Charles Pauli

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Eine Bank polarisiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird von konservativen Politikern verklagt, weil sie angeblich die Sparer „enteignet“. Linke bezichtigen sie, die Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen. Neoklassische Wirtschaftswissenschaftler werfen ihr vor, die Eurozone in die Inflation zu treiben, andere Ökonomen dagegen billigen ihr zu, den Euro gerettet und Staatspleiten verhindert zu haben.

Im Zentrum der Diskussion steht seit Jahren die Praxis der EZB, Schuldverschreibungen von Euro-Staaten aufzukaufen. Diese Ankäufe betrugen bis 2019 2.600 Milliarden Euro und sollten eigentlich beendet werden. Wegen der Coronakrise sind ab 2020 allerdings noch einmal erneute Käufe von über 1.850 Milliarden geplant. Das sind unvorstellbare Summen, die inzwischen sogar das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland übersteigen.

Also scheint so eine Zentralbank wirtschaftspolitisch wichtig zu sein. Wir wollen deshalb mit diesem Report folgende Fragen klären:

  • Was ist überhaupt eine Zentralbank? Was sind ihre Aufgaben und worin besteht ihre Macht?
  • Was sind die Besonderheiten der Europäischen Zentralbank?
  • Welche Rolle spielt die EZB in den europäischen Krisen seit 2008, welche Folgen hat ihre Politik für Wirtschaft und Gesellschaft?
  • Und nicht zuletzt: Könnten Zentralbanken Instrumente einer alternativen sozial-ökologischen Wirtschaftspolitik sein?