report 32

11.07.1997 | Franz Garnreiter

Drucken

In diesem isw-report soll berichtet werden über die Triebkräfte und die Dynamik der Kapitalmachtentwicklung in Deutschland: über die Konzentration des Kapitals auf allen Ebenen der Wirtschaft, über die Ausweitung der Konzernmacht durch Konzernverflechtungen und den Aufkauf hunderter und tausender weiterer Unternehmen, über die Beherrschung von fremden und formal selbständigen Unternehmen, über die Konzentration des Profitvolumens auf große Konzerne. Kapitel 1 untersucht die Verteilung des gesamten Volkseinkommens auf Lohnarbeit und Kapital (Lohnquote und Profitquote). Es zeigt sich, daß das Kapital, und zwar das Großkapital, den Anteil der Profite am Volkseinkommen im Laute der Jahre beständig ausdehnen konnte, und daß die staatliche Besteuerungspolitik diese Verteilungsänderung seit der Wende Anfang der BOer Jahre sogar noch verstärkte. Kapitel 2 stellt den bisherigen Anstieg und den hohen Stand der Konzentration des Kapitalvermögens und der Konzentration der Verfügbarkeit über Kapital auf wenige Entscheidungszentren dar. Kapitel 3 diskutiert die steigende Marktmacht der großen Konzerne durch die Konzentration der Marktanteile, durch Unternehmenszusammenschlüsse und Verflechtungen. Kapitel 4 belegt, vor allem anhand der Problematik der Zulieferindustrie, wie die hochkonzentrierten Konzernmachtzusammenballungen darüber hinaus noch dominierenden Einfluß gewinnen können auf Unternehmen, die eigentumsmäßig völlig getrennt sind. zusammengenommen ergibt dies das Bild einer Wirtschaft, die äußerst hierarchisch aufgebaut ist, in der in wenigen Zentralen die wichtigen Entscheidungen für die wirtschaftliche Entwicklung dieses Landes und darüber hinaus gefällt werden, die dann über Unternehmenstöchter und -Verflechtungen im angestammten Machtbereich sowie über Verhandlungs- und Marktmacht gegenüber anderen durchgesetzt werden.