report 34

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Globalisierung+Multis
erscheint: Januar 1998
Umfang 34 Seiten
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Beschreibung

Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Währungskrise auf die Weltwirtschaft sind gegenwärtig noch nicht abzusehen. Die ersten Ausläufer des Bebens in Südostasien haben inzwischen Lateinamerika, die USA und Europa erreicht. Sicher ist, daß ausgerechnet die aufstrebenden ‚Tigerstaaten‘, die als sichere Gewinner des verschärften weltweiten Wettbewerbs galten, die bisher größten Verlierer der Globalisierung werden. Noch im Mai 1997 hatte der ‚Arbeitgeber‘, Zentralorgan der Bundesvereinigung des deutschen Arbeitgeberverbandes, beklagt, daß die internationalen Finanzströme an Deutschland vorbeigehen, während die südostasiatishen Schwellenländer die Gewinner im weltweiten Wettbewerb u m Auslandsinvestoren seien. Nahezu von einem Tag auf den anderen entzogen nun die ‚Auslandsinvestoren‘ der Boomregion das Vertrauen und das Geld. Aber während eine Pleitewelle über die ganze Region rollt, kauten sich die Transnationalen Konzerne (TNK) zu Schleuderpreisen in die dortigen Ökonomien ein. Bisher noch bestehende Regulierungen und Schutzmechanismen für die nationale Industrie werden aufgebrochen, Südostasien vollständig in den Weltmarkt eingegliedert. In den gleichen Tagen beginnt in Paris die Schlußphase der Geheimverhandlungen der OECD-Länder über ein ‚Multilateral Agreement on Investment‘ (MAI), ein multilaterales Abkommen über den Schutz von Auslandsinvestitionen. In einer Kritik bezeichnet Tony Clark vom Canadian Centre for Policy Alternatives diesen Vertrag als eine Charta der Rechte und Freiheiten der multinationalen Konzerne, mit der die Souveränität der Völker zugunsten der schrankenlosen Durchsetzung der Interessen des Kapitals ausgehebelt wird. Für Renate Ruggiero, Präsident der Welthandelsorganisation WTO, wird ‚die Veriassung einer einheitlichen globalen Okonomie‘ geschrieben .. Schlaglichter die beleuchten, daß die Internationalisierung des Kapitals eine neue Dimension annimmt. Treibende Kraft dieser Entwicklung sind die Transnationalen Konzerne und deren Auslandsinvestitionen. Mit dem am 21. 12. 1997 stattgefundenen Seminar ‚Globalisierung und Transnationale Konzerne‘ und dem Abdruck der Referate in diesem report, will das isw einen kleinen Beitrag dazu leisten, daß in der alternativen Wirtschaftswissenschaft die Rolle und die Macht der Multis wieder stärker thematisiert wird.

Inhalt

  1. Fred Schmid: Transnationale Konzerne – Akteure der Globalisierung
  2. Leo Mayer: Transnationale Produktionsnetze
  3. Manfred Szameitat: Globalisierung der Finanzmärkte
  4. Jürgen Jürgens: Grenzen der Globalisierung am Beispiel einiger Großbanken
  5. Hubert Tiliermeyer: Alternativen und Ansätze zu Gegenstrategien