report 4

08.01.1991 | Fred Schmid

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Nach dem Gipfeltreffen in Helsinki hatte US-Präsident Bush eine „Vision“: Angesichts des „amerikanisch-sowjetischen Einvernehmens“ gehe die; Menschheit einer „neuen Weltordnung“, einer „Weltfriedensordnung“ entgegen. Gleichzeitig ließ er im Mittleren Osten eine furchterregende US-Kriegsmaschinerie auffahren. Bis zum Herbst soll eine Viertelmillion US-Truppen, ausgerüstet mit modernsten Vernichtungswaffen, die Befriedungsfähigkeit des Imperialismus demonstrieren.

Der Irakische Diktator Hussein hat mit seinem Überfall auf Kuwait den idealen Vorwand für die westliche Strafexpedition geliefert. Sein „heiliger Krieg“ der Gläubigen soll aber in erster Linie die Gläubiger seiner Schulden verjagen. Dem Westen wiederum geht es angeblich um die Wiederherstellung des Völkerrechts. Doch der Kreuzzug der Neuzeit entpuppt sich als ein Feldzug um das „Recht“ der kapitalistischen Industriestaaten, den Völkern der Dritten Welt Ihren wertvollsten Rohstoff, das Erdöl, zu Bedingungen der Wohlhabenden abzunehmen. Den Armen soll notfalls mit Waffengewalt ein Anteil am Reichtum verwehrt werden.