report 40

11.06.1999 | Leo Mayer, Fred Schmid

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„We create a new world order“, verkündete der damalige US·Präsident Bush als er seine Bomberflotten im Januar 1991 gegen den Irak losschickte und das Land mit dem schlimmsten Bombenhagel seit dem Ende des zweiten Weltkrieges und dem US-Krieg in Vietnam eindeckte. Anders als in Vietnam bombte die US-Airforce diesmal nicht allein, sondern im Verein mit anderen Industrieländern, vorweg den mächtigen G7-Staaten. Es war der erste gemeinsame Feldzug der G-7 gegen ein Drittwelt-Land, das sich den Interessen dieser Länder widersetzte. Fünf davon schossen, die restlichen beiden – Deutschland und Japan – sorgten fürs „Pulver“. Sie bezahlten fast die Hälfte der Golfkriegskosten. Für ihre Strafexpedition gegen den Irak hatten sich die westlichen Länder ein UNO-Mandat besorgt. Vorgeblich ging es um die Zurückweisung der irakischen Aggression gegen Kuwait und um die Wiederherstellung des Völkerrechts. US-Ordnungshüter Bush verkündete damals seine „große Idee“ der „Neuen Weltordnung“, „in der verschiedene Nationen sich in einer gemeinsamen Sache vereinen, um die universellen Hoffnungen der Menschheit zu verwirklichen: Frieden und Sicherheit, Freiheit und die Herrschaft des Rechts.“ (zit. nach SZ, 31.1.91 ) . Dem „Kalten Krieg“ und der Ost-West-Konfrontation sollte jetzt eine Welt folgen, in der die Idee der Vereinten Nationen im Zentrum steht.