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Der Überfall der Banken. Wie die Banken die Gesellschaft ruinieren und wie sie an die Kette zu legen sind.
erscheint: März 2013
Umfang 36 Seiten
Kategorie:

Beschreibung

Nachdem die Finanzmärkte die Weltwirtschaft an den Rand einer Katastrophe gebracht hatten, war häufig von der „Zähmung der Finanzmärkte“ die Rede. Aber der Finanzsektor dreht sich wieder mit der rasenden Geschwindigkeit der Krisenjahre um sein Hauptgeschäft, die Spekulation. Das Elffache der jährlichen Weltwirtschaftsleistung wird wieder allein in Derivate gesteckt, in Wetten, wie sich Währungen, Zinsen, Rohstoffe, Aktien, Wirtschaft etc. entwickeln. Ob sie sich nach oben oder unten entwickeln, ist diesen Spekulanten egal, Hauptsache Änderung, Hauptsache Gewinner und Verlierer.

Der Marktkapitalismus, frohlockte 2007 Alan Greenspan, langjähriger Chef der US-Zentralbank, „die Maschine, die den Großteil der Weltwirtschaft antreibt, scheint seinen Job gut auszufüllen“. Ein Jahr später knallte es an der Wall Street, es erwies sich, dass die Finanzmärkte die Weltwirtschaft an den Rand der Katastrophe gebracht hatten, und dass die Katastrophe ihr umso näher rückte, je freier die Märkte agieren konnten. Von der Zähmung, der Bändigung der Finanzmärkte war fortan öfter die Rede. Die G20, die Gruppe der 19 wichtigsten Industrieund Schwellenländer plus die EU, rief 2009 die Neuregulierung des Finanzsystems als entscheidende Aufgabe dieser Jahre aus.

Diese Reformpolitik ist steckengeblieben. Der Finanzsektor dreht sich wieder mit der rasenden Geschwindigkeit der Krisenjahre um sein Hauptgeschäft, die Spekulation. Das Elffache der jährlichen Weltwirtschaftsleistung wird wieder allein in Derivate gesteckt, in Wetten, wie sich Währungen, Zinsen, Rohstoffe, Aktien, Wirtschaft usw. entwickeln. Ob sie sich nach oben oder unten entwickeln, ist diesen Spekulanten egal, Hauptsache Änderung, Hauptsache Gewinner und Verlierer.

Ein Gewinner sind immer die Banken. Profite werden eingesteckt, Verluste übernimmt der Steuerzahler, denn diese Banken sind „zu groß, um sie fallen zu lassen“. Mit ihrer Größe und Verwobenheit mit der Gesamtwirtschaft würden sie in ihrem Sturz das ganze System einreißen. Nun hat US-Justizminister Holder zusätzlich gewarnt, die Banken seien zu groß, um sie überhaupt strafrechtlich zu verfolgen. Nicht nur „too big to fail (= fallen lassen)“, auch „too big to jail (= ins Gefängnis bringen)“. Den Großbanken wird attestiert, sie brauchten sich nicht an Gesetze zu halten. In solchen Äußerungen wie auch in denen von Kanzlerin Merkel, Politik müsse „marktkonform“ sein und es ginge darum, das „Vertrauen der Märkte zu erwerben“, verrät sich das Geheimnis, warum die Neuregulierung nicht vorankommt. Joseph Stiglitz, der US-Wirtschaftsnobelpreisträger, nennt den Vorgang „regulatory capture“ – der zu regulierende Finanzsektor hat die Politik fest im Griff.

Der vorliegende isw-Report geht der Frage nach: Wer sind und was treiben die Finanzmärkte? Er benennt die eingebauten Defekte dieser Märkte und die zehn wichtigsten Neuregulierungen, von der Zerschlagung der Großbanken über den Abbau der Schuldenberge bis zur Direktfinanzierung der Staaten durch die Zentralbank und zum Verbot der Geldschöpfung durch die Banken. Und landet schließlich bei der Frage aller Fragen: Was brauchen wir an politischen Veränderungen, um uns aus den Klauen der skrupellosen Finanzmarkt-Gewaltigen zu befreien?

Inhalt

  1. Die globale Finanzkrise – der Offenbarungseid des finanzgetriebenen Kapitalismus
  2. Wer sind eigentlich „die Finanzmärkte“, und was treiben sie?
  3. Die eingebauten Defekte der Finanzmärkte
  4. Die Kriminalität der Branche – das Beispiel Deutsche Bank
  5. Die Neuregulierung der Finanzmärkte
  6. Was wir vor allem brauchen: Demokratie im Finanzsektor, in der Realwirtschaft – und in der Politik
  7. Anmerkungen
  8. Literatur/Quellen
  9. Glossar