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Afrika im Weltkapitalismus. Überleben im Goldland
erscheint: Dezember 2007
Umfang 40 Seiten
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Beschreibung

Der Autor (Jörg Goldberg) untersucht die historische Entwicklung Afrikas im Weltkapitalismus bis hin zu ihrem jüngsten Stand. Die koloniale und neokoloniale Einflussnahme war und ist für ihn der entscheidende Grund, der die autonome Entwicklung Afrikas unterbrochen und damit das Problem der „Unterentwicklung“ erst geschaffen hat. Warum aber haben die imperialistischen Interventionen in Afrika anders gewirkt als in Asien oder Lateinamerika. Afrika wurde zwar in den Weltkapitalismus integriert, aber nicht „aktiv“, sondern als bloßer Rohstofflieferant.

Zu einer Verankerung der kapitalistischen Produktionsweise, zur Entwicklung eigener nationaler kapitalistischer Strukturen ist es in Afrika nicht gekommen. Der Autor macht dafür sowohl die spezielle Art des imperialistischen Einbruchs in Afrika als auch die Besonderheiten der historisch gewachsenen afrikanischen Institutionen verantwortlich. Die fehlende Verankerung des Nationalstaates, die Abwesenheit gemeinsamer, als legitim betrachteter Institutionen und den Konflikt zwischen traditionellen und „modernen“ Herrschaftsformen erachtet er als die wesentlichen „endogenen“ Gründe für den entwicklungspolitischen Misserfolg des Kontinents.

Mit der Verknappung und Verteuerung der Rohstoffe – von Öl über Diamanten und Gold bis zu Uran – ist der Rohstoff-Kontinent Afrika mit ins Zentrum von Weltpolitik und Weltwirtschaft geraten. Auf dem G8Gipfel in Heiligendamm legten die Haupt-Industrieländer ein akribisch durchgefeiltes Programm zur Übernahme von SSA (Schwarzafrika – Afrika südlich der Sahara) durch Transnationale Konzerne und von den „Metropolen“ dominierte internationale Organisationen vor. Anfang 2007 beschloss die US-Regierung, ein eigenes militärisches Oberkommando – AFRICOM – für Afrika zu errichten, dass bisher von anderen regionalen Kommandostellen außerhalb des Kontinents abgedeckt wurde.

Der Autor untersucht die historische Entwicklung Afrikas im Weltkapitalismus bis hin zu ihrem jüngsten Stand. Die koloniale und neokoloniale Einflussnahme war und ist für ihn der entscheidende Grund, der die autonome Entwicklung Afrikas unterbrochen und damit das Problem der „Unterentwicklung“ erst geschaffen hat. Warum aber, fragt Goldberg weiter, haben die imperialistischen Interventionen in Afrika anders gewirkt als in Asien oder Lateinamerika. Afrika wurde zwar in den Weltkapitalismus integriert, aber nicht „aktiv“, sondern als bloßer Rohstofflieferant. Zu einer Verankerung der kapitalistischen Produktionsweise, zur Entwicklung eigener nationaler kapitalistischer Strukturen ist es in Afrika nicht gekommen.

Der Autor macht dafür sowohl die spezielle Art des imperialistischen Einbruchs in Afrika als auch die Besonderheiten der historisch gewachsenen afrikanischen Institutionen verantwortlich. Die fehlende Verankerung des Nationalstaates, die Abwesenheit gemeinsamer, als legitim betrachteter Institutionen und den Konflikt zwischen traditionellen und „modernen“ Herrschaftsformen erachtet er als die wesentlichen „endogenen“ Gründe für den entwicklungspolitischen Misserfolg des Kontinents. Zum „Außenfaktor“ Imperialismus stellt er fest, dass die international dominierende neoliberale Variante des Kapitalismus, die in den letzten zwanzig Jahren unter dem Vorzeichen der Strukturanpassungspolitik in Afrika praktiziert wurde, ökonomisch und sozial katastrophale Folgen gehabt hat.

Als Kernfrage der zukünftigen Entwicklung sieht Goldberg die „Steuerungsfähigkeit des Afrikanischen Staates“ an, d.h. ob er über die materiellen Mittel und vor seinen Bürgern und in der internationalen Politik über die Legitimität und Autorität zu einer eigenständigen Entwicklungspolitik verfügt. Dies gelte unabhängig davon, ob man einen eigenen, nichtkapitalistischen Entwicklungsweg unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus für möglich halte, oder ob man – wie vom Autor unterstellt – eine den afrikanischen Institutionen angepasste „endogene“ Variante von Kapitalismus als realistischere Option annehme.

Inhalt

  1. Afrika – Eine Ausnahme?
  2. Der Kapitalismus in Afrika
    1. Messen und zählen – Zur Zuverlässigkeit internationaler Statistiken
    2. Afrika im Weltmarkt – Ein Überblick
    3. Auslandsverschuldung und Entwicklungsfinanzierung
    4. Armut in Afrika
    5. Steigende Rohstoffpreise – Chance für Afrika?
    6. Der afrikanische Rohstoffboom und die Transnationalen Konzerne
  3. Afrikas Einmaligkeit – Erklärungsversuche
    1. Der transatlantische Sklavenhandel
    2. Kolonialismus in Afrika – Schöpferische Zerstörung oder historische Hypothek?
    3. Überlebensraum und Entwicklungshemmnis – Die afrikanische Landwirtschaft
    4. Formalität und Informalität – Die Ökonomie der Unordnung
    5. Kriege und Gewalt
    6. Die HIV/AIDS-Pandemie
    7. ’Good Governance’ und die Paradigmen der Entwicklungspolitik
  4. Der Staat in Afrika – Das fremde Monster
  5. Abkürzungen und Begriffe
  6. Literaturverzeichnis