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KRISE. REZESSION. ABSTURZ. Wege aus der Krise
erscheint: April 2009
Umfang 56 Seiten
Kategorien: ,

Beschreibung

Vom Crash auf den Finanzmärkten zur Rezession der Realwirtschaft, von da zur Weltwirtschaftskrise, scharf am Rand der Depression oder schon darüber – die wirtschaftliche Entwicklung findet immer mehr als rasante Talfahrt statt. Die Gründe für die Krise sind „sytemisch“, sagen fast alle, von der Bundesregierung über die „Wirtschaftsweisen“ bis zu Attac und marxistischen Kritikern. Darunter verstehen die verschiedenen Gruppen höchst verschiedenes. Für viele geht es nur um „Exzesse“ des Systems, würde man diese beschneiden, hätte man einen geläuterten, einen besseren Kapitalismus denn je.

Wir führen in diesem Heft den Nachweis, dass die Gründe für die Krise und ihre katastrophalen Folgen nicht in irgendwelchen „Exzessen“ zu suchen sind, sondern in den Grundlagen des Systems, in der Struktur des Kapitalismus stecken. Ein System, das seine Produktionsweise danach richtet, ob es den „Investoren“, den Kapitalisten, Profit bringt oder nicht, ist in höchstem Maße untauglich für die Anforderungen der Gegenwart.

In diesem Report untersuchen wir den „global synchronen Abschwung“ als die allgemeine Strukturkrise des modernen Kapitalismus. Was taugen die Sanierungsprogramme, die von den neoliberalen Eliten weltweit in Gang gesetzt werden? Wie kommt es, dass der Neoliberalismus zwar gescheitert ist, aber seine Eliten nach wie vor im Sattel sitzen? Welche Potenzen, welche Alternativen hat der Kapitalismus noch? Wie weit reichen die Konzepte, die einen anderen, „besseren“ Kapitalismus wollen? Eine wirkliche Lösung liegt jenseits des kapitalistischen Systems. Wir bieten Vorschläge an, wie wir dort hingelangen.

Vom Crash auf den Finanzmärkten zur Rezession der Realwirtschaft, von da zur Weltwirtschaftskrise, scharf am Rand der Depression oder schon darüber – die wirtschaftliche Entwicklung findet immer mehr als rasante Talfahrt statt. Die Gründe für die Krise sind „systemisch“, sagen fast alle, von der Bundesregierung über die „Wirtschaftsweisen“ bis zu Attac und marxistischen Kritikern. Darunter verstehen die verschiedenen Gruppen höchst verschiedenes. Für viele geht es nur um „Exzesse“ des Systems, würde man diese beschneiden, hätte man einen geläuterten, einen besseren Kapitalismus denn je.

Wir führen in diesem Heft den Nachweis, dass die Gründe für die Krise und ihre katastrophalen Folgen nicht in irgendwelchen „Exzessen“ zu suchen sind, sondern in den Grundlagen des Systems, in der Struktur des Kapitalismus stecken. Ein System, das seine Produktionsweise danach richtet, ob es den „Investoren“, den Kapitalisten, Profit bringt oder nicht, ist in höchstem Maße untauglich für die Anforderungen der Gegenwart. Nicht die Profitproduktion soll die Gesellschaft, sondern die gesellschaftlichen Bedürfnisse sollen die Produktionsweise bestimmen. Und diese Bedürfnisse sind: Wir brauchen gute Arbeit und ein menschenwürdiges Auskommen für alle; wir brauchen Technologien, die Rücksicht nehmen auf die Umwelt, auf die natürlichen Lebensgrundlagen; längst produziert die Menschheit genug, um alle ausreichend und gesund zu ernähren – doch leiden eine Milliarde Menschen Hunger, jeder sechste auf der Erde; wir brauchen Frieden und solidarischen Umgang miteinander und nicht Kriege für Öl und andere knappe Ressourcen; wir brauchen die Selbstbestimmung der Menschen, die „freie Assoziation der Individuen“. Das Profitregime des Kapitalismus steht allen diesen kategorischen Imperativen des menschlichen Lebens heute im Wege.

Das isw hat die Krise von den Anfängen an analysiert und in ihrem Verlauf früh und exakt eingeschätzt. Im September 2007 haben wir in einem iswWirtschaftsinfo „Von Cash zum Crash“ die Ursachen und Folgen der Finanzkrise erörtert. Wir haben auf die offenkundige Gefahr des Überspringens der Finanzkrise auf die Realwirtschaft hingewiesen. Im Septemder 2008 hat der isw-Report „Finanzkapital. Entwaffnet die Märkte“ die grundsätzlichen Zusammenhänge zwischen Spekulation und Krisen analysiert und alternative Konzepte gegen den Krisenkapitalismus begründet: Das Bankensystem vergesellschaften – Wirtschaftsdemokratie durchsetzen. In diesem Report untersuchen wir den „global synchronen Abschwung“ als die allgemeine Strukturkrise des modernen Kapitalismus. Was taugen die Sanierungsprogramme, die von den neoliberalen Eliten weltweit in Gang gesetzt werden? Wie kommt es, dass der Neoliberalismus zwar gescheitert ist, aber seine Eliten nach wie vor im Sattel sitzen? Welche Potenzen, welche Alternativen hat der Kapitalismus noch? Wie weit reichen die Konzepte, die einen anderen, „besseren“ Kapitalismus wollen? Eine wirkliche Lösung liegt jenseits des kapitalistischen Systems. Wir bieten Vorschläge an, wie wir dort hingelangen.

Inhalt

  1. Weltwirtschaft im freien Fall?
    1. Die globale Wirtschaft am Rande der Depression
    2. Sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosigkeit
    3. Wirtschaftskrise „gefährlicher als der Terrorismus“
    4. US-Präsident Obama: „Tag der Abrechnung“
  2. Strukturelle Krise des Kapitalismus
    1. Der „globale synchronisierte Abschwung“
    2. Vom Wachstumsmodell des Fordismus zu dem des Neoliberalismus
    3. Der erste Pfeiler des neoliberalen Kapitalismus: wachsende Ungleichheit
    4. Der zweite Pfeiler: Der Anstieg der Exporte, die Erosion der Binnenmärkte
    5. Der dritte Pfeiler: die Verschuldung der USA
    6. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller
  3. Die Dimension der Finanzkatastrophe wird allmählich sichtbar
    1. Die Realwirtschaft wird mit nach unten gerissen
    2. Auch Deutschland ist voll von Zombie-Banken und ihren Giftmüllhalden
    3. Die Fallgeschwindigkeit erhöht sich – in Deutschland und weltweit
    4. Niedergang der Autoindustrie – Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft
    5. Die neue Not der Private-Equity-Fonds-Betroffenen
    6. Mehr und mehr Schwellenländer drohen zu kippen
    7. Steht Osteuropa vor dem Crash?
    8. Pleite in Osteuropa rückt Österreich an den Abgrund – Euro-Länder vor dem Staatsbankrott?
  4. Sanierungsprogramme des globalen Kapitalismus
    1. Eine neue „globale Finanzarchitektur“ ist nicht in Sicht
    2. Im Finanzsektor versickern Billionen – doch die Geldkreisläufe kommen nicht in Gang
    3. Konjunkturprogramme – mehr Nachfrage oder mehr Profite?
    4. Wer soll das bezahlen? Steuererhöhungen, Inflation, Deflation?
    5. EXKURS: Trotzt China der Krise am besten?
  5. Der Neoliberalismus ist gescheitert – aber seine Eliten sitzen noch im Sattel
    1. Fast alle sind sich einig: Die Krise hat „systemische Gründe“
    2. Hat der Kapitalismus versagt oder bloß eine seiner Varianten?
    3. Die Linke hat recht bekommen und nun ist sie ratlos
    4. Der Widerstand nimmt zu – das Kräfteverhältnis beginnt sich zu verändern
  6. Wer soll für die Krise zahlen?
    1. Bisher: Der Steuerzahler zahlt für die Krise
    2. Das Einstiegsprojekt: Die Verursacher müssen zahlen
    3. Die IG Metall will dem „Streit“ aus dem Wege gehen
    4. Das beste Konjunkturprogramm: Erhöhung der Masseneinkommen und Sozialtransfers
    5. Steuern in Deutschland: Die Umverteilung von Unten nach Oben muss umgekehrt werden
  7. Welche Potenzen stecken noch im Kapitalismus
    1. Die neue Regulierung der Finanzmärkte
    2. Vom angebotsorientierten zum keynesianischen Neoliberalismus
    3. Energierohstoffe – die nächste Blase wird ausgeguckt
    4. Green New Deal – die ökologische Bedrohung als Akkumulationschance des Kapitalismus?
    5. Bleibt es beim Kapitalismus, bleibt es bei seinen Widersprüchen und Krisen
  8. Warum der Kapitalismus überwunden werden muss – und wie
    1. Viele Krisen – eine Ursache
    2. Statt Kapitaldiktat die „Assoziation freier Individuen“
    3. Freiheit braucht Wirtschaftsdemokratie
    4. Der Zukunftsfonds der IG Metall als Einstiegsprojekt in Richtung Wirtschaftsdemokratie