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Kapitalmacht in Deutschland
erscheint: Oktober 1991
Umfang 52 Seiten
Kategorien: ,

Beschreibung

Der Vermögensstand der Menschen und damit auch ihre Lebenschancen in dieser Gesellschaft, in der fast alles (auch Ansehen, Selbstbewußtsein, Bekanntschaften, Bildung, Gesundheit) über das Geld-Haben vermittelt ist, driftet auseinander. Dieser Prozeß beschleunigt sich sogar noch. Auf die reichsten 2 Prozent der Bevölkerung fällt mehr Kapitaleigentum als auf die restlichen 98 Prozent. Am unteren Ende werden die von Ausgrenzung erfaßten und bedrohten immer mehr: Ein Viertel der Bevölkerung· hat gar kein Sparvermögen oder mehr Schulden als Guthaben. Bei vielen von ihnen steigen die Schuldzinsen schneller als die Guthabenzinsen. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung lebt von Sozialhilfe oder hätte Anspruch darauf.

Mehr noch als der bloße Eigentumstitel ist die Verfügungsgewalt über Kapital entscheidend für die Machtverhältnisse. Rund 85 Prozent des bundesdeutschen Aktienkapitals dürfte sich in der Verfügungsgewalt der führenden Monopole der BRD befinden. Dieser Wert gewinnt seine besondere Brisanz daraus,

  • daß zum einen die Monopolspitze einen quantitativ äußerst beschränkten Bereich von wenigen Dutzend Konzernen aus Industrie, Handel, Banken, Versicherungen sowie die reichsten der reichen Privatleute umfaßt,
  • und daß zum anderen die Verfügungsgewalt über das große Aktienkapital, das Herz und die Steuerungszentrale des Kapitalismus, absolut entscheidend ist für die wirtschaftliche Entwicklung des „Restes“; der Rest umfaßt etwa 2 Millionen Unternehmen und 60 Millionen (jetzt 80 Millionen) Menschen (plus unbekannte, aber vielfach größere Zahl von Abhängigen in der „Dritten Welt“).

Inhalt

  1. Einleitung
    1. Konzentration des Vermögens privater Haushalte
    2. Unterschiedliche Verteilungen der verschiedenen Vermögens arten
    3. Entwicklung der Vermögensverteilung im Zeitverlauf
  2. Konzentration der Kapitalmacht
    1. Entstehung des Großkapitals: Trennung der reinen Kapitalfunktion vom Kapitaleigentum
    2. Großkapital und Kleinkapital: Die Hierarchie im fungierenden Kapital
    3. Hierarchie in der Kapitalverwertung: Strukturelle Überlegenheit des Monopolkapitals
    4. Die Entfaltung der Monopolmacht
    5. Die Monopolspitze in der BRD
  3. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen in 7 Thesen
  4. Literaturverzeichnis