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Billigstrom für die Großindustrie
erscheint: Oktober 1992
Umfang 26 Seiten
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Beschreibung

Eine Standardklage seitens der Vertreter der Großkonzerne und ihrer ideologischen Partner in Regierung und Publizistik bezieht sich auf angeblich zu hohe und kaum mehr verkraftbare Strompreise. Routiniert wird das Leitmotiv der „internationalen Wettbewerbsfähigkeit“ hervorgezaubert und die Allgemeinheit mit der Drohung erschreckt, die gesamte BRD-Wirtschaft geriete in Gefahr zusammenzubrechen, wenn die Stromerzeugung nicht schleunigst durch den Zubau vieler AKWs verbilligt werde, wenn der Kohlepfennig (zur Subventionierung des Kohlebergbaus) künftig nicht vom Steuerzahler statt wie bisher von allen Stromverbrauchern bezahlt werde (zumindest der auf die Industrie entfallende Betrag), wenn der Strom durch eine CO2-Abgabe noch maßlos verteuert werde, wenn die BRD-Regierung weiterhin (angeblich) teure Umweltschutz-Vorreiterrallen in der EG spielen wolle usw. usw. (BDI, 1983; BDI, 1986; die RWE in: SZ, 13.12.1991).

Verbal nur wenig überspitzt, ist dies die beinharte Position des Großkapitals: Mit dem Schlagwort der internationalen Konkurrenzfähigkeit, mit der Drohung, die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der BRD geriete in Gefahr, werden in der alltäglichen Agitation Subventionen und Kostenreduzierungen zulasten des Restes der Gesellschaft gefordert und durchgesetzt. Billiger Strom ist dabei nur ein Thema, allerdings ein traditionsreiches.

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Konzentration des Stromverbrauchs in der Wirtschaft
  3. Stromkosten
  4. Strompreise
  5. Interne Subventionierung zugunsten der Größtverbraucher
  6. Fazit