wirtschaftsinfo 52

25.11.2017 | Marcus Schwarzbach

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Der Arbeitsdruck in den Betrieben nimmt zu. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer steht sehr häufig unter Zeitdruck. Das zeigt die aktuelle Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) im „Index Gute Arbeit“. Das ist auch eine Folge der zunehmen- den Digitalisierung, die bereits weit fortgeschritten ist. Bei 82 Prozent aller Arbeitnehmer wird die Arbeit durch Digitalisierungsprozesse beeinflusst, bei 60 Prozent sogar in hohem oder sehr hohem Maße.

Bei aller Unklarheit über die konkreten Auswirkungen der digitalen Arbeit ist bereits jetzt klar, dass die neue Technik das Verhältnis von Arbeit und Freizeit verändern kann, die Klagen von Arbeitnehmern über die ständige Erreichbarkeit häufen sich bereits jetzt. Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben wird in Frage gestellt.

Häufig werden diese verschlechterten Arbeitsbedingungen ausschließlich auf die neue digitale Technik zurückgeführt – es wird übersehen, welchen Einfluss Managementstrategien dabei haben. In vielen Betrieben zeigt sich ein Trend, der mit den Begriffen „Agilität“, „agile Unternehmensführung“ oder „agile Personalauswahl“ verbunden ist. Unternehmen versuchen mit diesen Strategien die Digitalisierung in ihrem Sinne zu gestalten.

Welche Trends mit agiler Unternehmensführung verbunden sind und welche Folgen dies für die Beschäftigten hat, ist Inhalt dieser Publikation. Dargestellt wird auch, wie Betriebsräte und Gewerkschaften darauf reagieren können und welche Möglichkeiten der Gegenwehr bestehen.

Die Erfahrungen des Autors Marcus Schwarzbach als Referent für Betriebsratsseminare und als Sachverständiger für Betriebsräte sind in diese Publikation eingeflossen.