wirtschaftsinfo 8

11.06.1992 | Franz Garnreiter

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Zweifellos war es das größte Gipfeltreffen aller Zeiten. Die Vertreter von 176 Staaten – 35.000 Politiker, Beamte, Wissenschaftler, Journalisten, Umweltaktivisten und Entwicklungshelfer redeten viel beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro (UNCED – United Nations Conference on Environment and Development/UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung). Doch das Sagen hatten schließlich die Industrieländer. Die G-77 (Gruppe der 77) als Sprachrohr von 128 Entwicklungsländern scheiterte mit ihren Forderungen nach Umweltschutz und Entwicklung stets am „No!“ der G-7. Deren Veto verhinderte verbindliche Festlegungen beim Klimaschutz, Artenschutzabkommen, Schutz der Wälder und „Erdcharta“ sowie bei der Entwicklungshilfe. Sobald wirtschaftliche oder finanzielle Interessen der „führenden Industrieländer“ ins Spiel kamen, mauerten diese.