Resonanz auf report 75 in jungeWelt

Im folgenden eine am 20. Oktober 2008 in der Tageszeitung jungeWelt veröffentlichte Resonanz auf den report 75:

Arnold Schölzel: „Neu erschienen: isw-report“
Unter dem Titel »Finanzkapital –Entwaffnet die Märkte! – Spekulation. Krisen. Alternativen« legen Franz Garnreiter, Leo Mayer, Fred Schmid und Conrad Schuhler im isw-report Nr. 75 eine erste zusammenfassende Darstellung der gegenwärtigen Vorgänge im globalen Kapitalismus aus marxistischer Sicht vor.. Es handelt sich um ein empfehlenswertes kleines Kompendium zur Krise.

Mit der Aufforderung »Entwaffnet die Märkte!« war ATTAC vor zehn Jahren in der Krise der »aufsteigenden Märkte« Asiens, Rußlands und anderswo auf den Plan getreten. Die Herausgeber schreiben im Editorial: »Die Forderung ist akuter denn je. Genauer hätte sie zu lauten: Entwaffnet die Dirigenten der Märkte, die Herren der Finanzmärkte und der großen Konzerne.« Die von der Pleite des US-Hypothekengeschäfts ausgelöste internationale Finanzkrise erschüttere längst auch die Realwirtschaften und das Ansehen der kapitalistischen Marktwirtschaft insgesamt. Im vorliegenden Report werde der »detaillierte Nachweis« geführt, daß die ständig wiederkehrenden Finanzkrisen
»systemische« Gründe haben.«

Die Autoren untersuchen im ersten Teil des Heftes die vier spekulativen »Blasen« der letzten zehn Jahre und deren Platzen. Kurz zusammengefaßt werden anschließend »Einige Grundbegriffe der marxistischen Theorie des Finanzkapitals« erläutert. Im zweiten Kapitel wird die Entwicklung der Finanzmärkte in den vergangenen Jahrzehnten beschrieben. Die Verfasser analysieren deren veränderte Funktion – »Akkumulation durch Enteignung« – und die Rolle der Banken dabei. Sie beantworten Fragen nach der Funktionsweise neuer Institutionen wie Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds und nach den Konsequenzen aus der wachsenden Transnationalität des Finanzkapitals für Profitziele und Strategien.

Das abschließende Kapitel trägt die Überschrift »Alternativen zum Finanzkapitalismus«. Zum Ausgangspunkt zurückkehrend schlagen die Autoren Eingriffe ins Wirtschaftssystem vor. Nötig sei eine Neuverteilung von Einkommen und Vermögen, von Arbeit und Macht, vor allem aber die Vergesellschaftung der Banken und die Demokratisierung der Wirtschaft.