Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw e.V.) unterstützt Internationalen studentischen Aufruf für eine Plurale Ökonomik

40 Vereinigungen von Studierenden aus 19 Ländern haben dazu aufgefordert, „die ökonomische Lehre zu verändern“ – weg von der marktwirtschaftlichen Einseitigkeit, hin zu „theoretischem Pluralismus, methodischem Pluralismus und Interdisziplinarität“. Das isw unterstützt diesen Aufruf. Sein Anliegen ist entscheidend für die Zukunft nicht nur der Volkswirtschaftslehre, sondern der gesamten Universität, die dabei ist (wie es der britische Literaturwissenschaftler Terry Eagleton formuliert hat), von einem Zentrum von Kritik und Reflexion zu einem Werkzeug des fortgeschrittenen Kapitalismus zu verkommen.

Nirgendwo ist diese Degeneration deutlicher zu beobachten als in der Volkswirtschaftslehre. Entgegen aller empirischen Evidenz wird durchgängig marktwirtschaftlicher Fundamentalismus gelehrt und gelernt: Der Markt sorgt angeblich für die beste Allokation von Ressourcen und Gütern, eine „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) sorgt für den Transfer von wirtschaftlichem Eigennutz der Einzelnen in die bestmögliche Versorgung aller. Die Tatsachen – die Arbeitslosigkeit ist hoch und nimmt zu, die Prekarisierung der Arbeit nimmt immer schlimmere Formen an, die Natur wird zerstört, kriegerische Auseinandersetzungen um Ressorucen und Transportwege geraten wieder auf die Tagesordnung – sprechen lauthals gegen diese Behauptungen. Doch an den Lehrstühlen und in den großen Medien bleibt die Dominanz der neoliberalen Fundis der Marktwirtschaftslehre ungebrochen. In Deutschland gibt es zum Beispiel keinen einzigen marxistischen Lehrstuhl im gesamten Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Der Marxismus wurde und wird für tot erklärt, dabei sind seine theoretischen Erkenntnisse nach wie vor aktuell und nötiger denn je.

Gegen dieses Diktat lehnen sich Studentinnen und Studenten immer entschlossener auf. Das isw wird diese wichtige Bewegung nach Kräften unterstützen, mit ReferentInnen, Veranstaltungen und theoretischer Zuarbeit.

Conrad Schuhler, Vorsitzender isw

(Der Internationale studentische Aufruf für eine Plurale Ökonomik)