Produktive Vielfalt in der Landwirtschaft oder: Monokulturen sind keine Lösung

Interview der isw-Redaktion mit Gertraud Angerpointner, Bio-Bäuerin, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bayern, Agrarbündnis Berchtesgadener Land und Traunstein

Die Vorführung des vor Jahren entstandenen Films „Weil alles irgendwie zusammenhängt“ lieferte den Anlass für ein weiterführendes Gespräch mit Gertraud Angerpointner, Bio-Bäuerin und Mit-Protagonistin der filmischen Darstellung bäuerlicher Landwirtschaft. Der Film zeigt, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben. „Weil alles irgendwie zusammenhängt“ zeigt Menschen, Vordenker und Visionäre, die der Heimat – in diesem Fall Bayern- ein Gesicht geben.

Der Film bietet auf den ersten Blick mit beeindruckenden „schönen“ Bildern eine fast romantisch anmutende Darstellung der Arbeitsabläufe auf dem Land, eine überzeugende authentische Heimatbezogenheit. Aufgezeigt werden die Hintergründe der bäuerlichen Tätigkeit in den Bereichen Milchproduktion, Garten- und Gemüseanbau, Bienenzucht, Wald- und Holzpflege, Erhalt der Ressource „fruchtbarer Boden“ mit Moorgebieten und einem selbstorganisierten Direktvertrieb von regional produzierten Produkten.

Unsere Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten. Welchen Beitrag leistet gute Landwirtschaft für die Allgemeinheit?

„Die Erzeugung von Lebensmitteln ist in vielen Bereichen zunehmend industrialisiert – wenn auch in Bayern noch weniger ausgeprägt wie in anderen Bundesländern – und wirkt sich in immer größerem Ausmaß negativ auf die Umwelt aus. Regionale Abläufe in der Landwirtschaft sehen sich einer fast unaufhaltsamen Maschinerie der agrarindustriellen Intensiv-Bewirtschaftung gegenüber. Gute Landwirtschaft ist weitaus mehr als tier- und umweltfreundliche Lebensmittelproduktion. Gute Landwirtschaft hat für uns Bauern auch mit guten Arbeitsbedingungen, angemessener Bezahlung über faire Erzeugerpreise mit einer guten Infrastruktur, mit lebendigen Dörfern zu tun.

Die Erzeugung von regionalen Landwirtschaftsprodukten, ihre Vermarktung und eine faire Risiko- und Gewinnverteilung innerhalb der Erzeuger*innenkette ist für uns der Maßstab für unser Engagement um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft.  Der Erhalt von landwirtschaftlichem Boden in der Hand von uns Landwirt*innen ist dabei ein wichtiges Ziel. Boden ist keine Ware, sondern ein höchst wertvolles Gut, das in seiner nachhaltigen Pflege und Bearbeitung ein Beitrag zum Allgemeinwohl, zur Gesundheit von uns allen beiträgt. Leider ist das noch nicht weit genug in das Bewusstsein der Allgemeinheit vorgedrungen.

Das Landwirtschaftsprodukt Bio-Gas. Ist das eine sinnvolle Entwicklung in der Landwirtschaft?

„Ich will auf ein ganz besonderes Beispiel der Entwicklung in der Landwirtschaft hinweisen: neben der Erzeugung von Lebensmitteln leistet die Landwirtschaft seit Jahrzehnten mit Bio-Gas einen Beitrag zur Energieversorgung. Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergärung von Biomasse jeder Art entsteht. Es wird in Biogasanlagen hergestellt, wozu sowohl Abfälle als auch nachwachsende Rohstoffe vergoren werden. Das Gas kann zur Erzeugung von elektrischer Energie, zum Betrieb von Fahrzeugen oder zur Einspeisung in ein Gasversorgungsnetz eingesetzt werden. Die Bio-Gasproduktion basiert überwiegend auf dem Anbau von Mais als Monokultur. Die dafür notwendigen Anbauflächen erzeugen einen Verdrängungs-Wettbewerb auf dem Pachtmarkt, der es beispielsweise lebensmittelproduzierenden Bauern immer schwerer macht, an Pachtflächen zu kommen.

 Der Mais ist ein sogenannter Zehrer, der 800 kg Humus pro ha und Jahr dem Boden entzieht, keine Selbstregenerierung ermöglicht und somit, wenn er in enger Fruchtfolge, also jedes Jahr auf die gleiche Fläche angebaut, nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger gedeiht. Auch der Schädlingsdruck nimmt bei engen Fruchtfolgen immer mehr zu, was immer wieder die Diskussion über gentechisch verändertes Saatgut auslöst. Zum Vergleich gibt ein ha Klee Futtermittel 800kg Humus in seiner Wirkungskette an den Boden zurück. Es stellt sich also die Frage, ob volkswirtschaftlich betrachtet dem Erhalt von fruchtbaren Böden oder dem immer weiter steigenden Energieverbrauch der Vorrang eingeräumt wird. Die kurzfristigen Ertragsteigerungen, erkauft durch den Einsatz von energieaufwändig und klimaschädlich produziertem Handelsdünger hat ökologisch betrachtet enorme negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit.“

Die vorherrschende Subventionspolitik für die Landwirtschaft ist änderungsbedürftig

Nach der vorherrschenden Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) werden EU-weit 58 Mrd. Euro an Betriebe ausgezahlt. das ist mit etwa 46,5% der größte Anteil des Gesamtetats.
Die Gelder werden an die landwirtschaftlichen Betriebe nach zwei Säulen-Kriterien ausbezahlt:Die erste Säule der Förderung umfasst etwa drei Viertel der Gelder, die als pauschale Subventionen je Hektar Fläche ausbezahlt werden. Damit wird klar, dass die Förderpolitik auf eine möglichst hohe Flächenausstattung ausgerichtet ist.Die zweite Säule der Förderung ist der »Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“.

Aus diesem Topf werden Programme für Ökolandbau, zur Unterstützung der Landwirtschaft in benachteiligten Gebieten sowie Umwelt-, Klima- und Naturschutzmaßnahmen finanziert. Die Kommission will die zweite Säule des Förderungsbudgets um rund 27 Prozent kürzen. Die Hälfte der deutschen Bauern und Kleinbetriebe (185.000) erhalten durchschnittlich 1.590 Euro pro Betrieb/Jahr.

Betriebe mit mehr als 100 ha sind in den letzten 10 Jahren um 16 Prozent gestiegen.
Die gegenwärtige Förder-Politik der Landwirtschaft liefert die Vorlage für ausgeräumte Flächen, da die erschwerte Bewirtschaftung kleinerer und ökologisch wertvoller Flächen nicht honoriert wird. Ausbildung, Beratung, Fachpresse etc. und die Tatsache der zu geringen Erzeugerpreise lassen viele Landwirte nur den Weg in höhere Erträge auf dem Feld, höhere Tageszunahmen bei Tieren und höhere Milchleistung als gangbar erscheinen. Die Folge ist Überproduktion und der Export von billigen Produkten nach Asien und Afrika, damit einhergehend die Zerstörung lokaler bäuerlicher Strukturen in den Zielländern.

Um bei unserem Beispiel der Monokulturentwicklung durch die „Vermaisung“ zu bleiben ist zu sagen, dass die Subventionsgelder für die einseitige Flächenförderung überwiegend an Großbetriebe fließen, die durch ihre monokulturelle Bewirtschaftung die Zerstörung bzw. Nicht-Regenerierung gesunden Bodens verursachen. In unserer Region ist es der Mais, in anderen Regionen geschieht das gleiche z.B. mit Raps. Große Betriebe konnten nach dieser jahrzehntelangen EU-Agrarförderpolitik den Wachstumskampf aufgrund des Verdrängungs-wettbewerbs für sich entscheiden. Mit dem Einsatz immer größerer Maschinen und Bestallungen, industriellen Abläufen, bleiben die kleineren Betriebe mehr und mehr auf der -Strecke.
Tierhaltungsbetriebe sind in der Flächenförderung gar nicht vorgesehen; sie haben einen höheren Arbeitsaufwand, der in der derzeitigen Förderung nicht berücksichtigt wird. Also sind diese Betriebe gezwungen, nach allen Regeln ihre Stückkosten zu senken, um durch Ertragssteigerung ihren Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Die Förderung sollte so aussehen, dass wenn ich den Boden kaputtmache, dann sollte ich im Interesse der Gemeinschaft dafür zahlen und nicht für den angerichteten Schaden mit Subventionen honoriert werden. Die Förderung nach der zweiten Säule, also für Ökolandbau, Klima- und Naturschutzmaßnahmen und artgerechte Tierhaltung ist aus meiner Sicht eine durchaus vernünftige Ausrichtung, weil damit nachhaltige und ökologisch sinnvolle Landwirtschaft gefördert wird. Mit öffentlichen Geldern sollten diejenigen gefördert werden, die umwelt- und artgerechte Landwirtschaft betreiben. Damit könnte dem Höfesterben, der Vernichtung kleinerer Schlaggrößen und geringerer Tierbestandsgrößen entgegengewirkt werden.

Agrarbetriebe sollten zusätzlich honoriert werden, wenn sie besondere Leistungen für Wasser- und Naturschutz erbringen. Das wäre volkswirtschaftlich gesehen eine sinnvolle Neuausrichtung, also weg von pauschalen Zahlungen pro Fläche. Denn je kleiner die Betriebe sind, umso höher sind die Stückkosten je ha Fläche oder kg Fleisch bei der Tierhaltung. Wir Bauern und Bäuerinnen in der AbL setzen uns ein für Agrarumweltmaßnahmen, für eine flächengebundene Tierhaltung, Fruchtfolgen und für den Erhalt kleiner und mittlerer Betriebe und deren Integration in die regionale ländliche Struktur.

Kleinbetriebe sind enorm wichtig für den Erhalt guter und gesunder Natur. Unser Ziel ist es, dem steigenden Einsatz von Chemie und dem drohenden Einsatz von Gentechnik, besonders in der neuen Variante CRIPRCAS entgegenwirken. Der Einsatz von Produkten der Chemiekonzerne für die Landwirtschaft zeigt am Beispiel BAYER und Monsanto ein außerordentliches Maß an Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen: patentiertes, nichtsamenfestes Saatgut, das auch immer mehr in den Ländern des globalen Südens zur Anwendung kommt, kann nicht wieder ausgesät werden und treibt Bauern in der ganzen Welt in eine permanente Abhängigkeit.

Die Ausbildungsinhalte für Berufe in der Landwirtschaft. Ergibt das Sinn?

In der deutschen Landwirtschaft erzeugen rund 1,2 Millionen Voll- oder Teilzeitarbeitskräfte in ca. 370 000 Betrieben jährlich Güter im Wert von rund 50 Milliarden Euro. Der größte Teil der Produktion ist für den Export bestimmt. Etwa 9% der in der Landwirtschaft tätigen Betriebe bewirtschaften 52% der landwirtschaftlichen Fläche, umgekehrt also 91% der Betriebe nur 48% der Flächen; und dieser Trend hin zu Großbetrieben setzt sich fort.

Die Zahl der Arbeitskräfte ist um ca. 20% auf 1.1 Mio. Personen zurückgegangen, und das überwiegend bei den kleinen und mittleren Familienbetrieben in Westdeutschland.

1999 waren noch 3,6 Vollzeitkräfte pro 100 ha tätig, heute sind es weniger als 3 Personen. Das ist ein kurzfristiger ‚Produktivitätsfortschritt‘ von etwa 14% hin zu industrialisierten Abläufen in der Landwirtschaft mit Monokulturen und immer größeren Tierbeständen.

„Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Ausbildungsinhalte in den Berufsschulen und landwirtschaftlichen Fachschulen die Begehrlichkeiten des Größerwerdens erst geweckt werden- ´schau, dass Du größer wirst und senke Deine Stückkosten´. Aber eine Ausrichtung auf die Steigerung der Wertschöpfung je Betrieb, auf den Erhalt des Grünlands, eine differenziertere Vermarktung auf dem bäuerlichen Hof zum Beispiel kommt nur in seltenen Fällen vor. Es gibt Studien, die belegen, dass das Bestehen vieler kleinerer Betriebe volkswirtschaftlich betrachtet viel mehr für die regionale Wertschöpfung für die Gesellschaft erbringen als die einseitige Ausrichtung auf große Betriebe. Kleine Betriebe bewirken auch einen positiven arbeitsmarktpolitischen Effekt für Handwerksbetriebe in der Region.

Den Unterschied machen große Strukturen versus kleinere Strukturen aus und nicht nur die Unterscheidung zwischen konventioneller Bewirtschaftung und Bio-Produktion. Auch die Ausrichtung auf „Bio“ kann die Artenvielfalt einschränken, wenn ich Grünland im Jahr 7mal mähe und damit die Artenvielfalt reduziere, weil nichts mehr blühen kann und die Insekten dann auch keine Nahrung mehr finden. Nichts desto trotz liegt die Zukunft im ökologischen Landbau, da dieser in vielen Aspekten der konventionellen Landwirtschaft voraus ist: artgerechte Tierhaltung, kein Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger, ausgewogene Fruchtfolge, etc.

Ökologisch und bäuerlich – das ist meine Vision.

Auch in den Schulen sollten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge vermittelt werden. Der Verlust der Artenvielfalt wurde schon vor 10 Jahren im Weltagrarbericht als das drängendste Problem beschrieben. Die Folgekosten werden immens sein. Die Politik weiß also um die Dringlichkeit, Lösungsansätze gibt es genügend. Sie werden aber nur mit der Landwirtschaft umgesetzt werden können. Deshalb ist es von größter Bedeutung, Ausbildung und Beratung in eine neue Richtung zu führen. Den Bauern neue Ziele zu geben: es darf nicht mehr nur um die höchsten Erträge, die meisten Ferkel, die höchste Milchleistung, die neueste Technik angestrebt werden, sondern eine Landwirtschaft, die unsere natürlichen Grundlagen erhält und in der Gefühle für unsere Tiere , unsere Pflanzen und nicht zuletzt unseren Bodenzugelassen werden können.

Druck auf die Erzeugerpreise durch die Handelsketten. Kann bäuerliche Landwirtschaft sich dagegen wehren?

„Die hart in Eigenregie erarbeiteten regionalen Wirtschaftskreisläufe und ihr Fortbestand scheinen im Verlauf der stark wachsenden Expansion und des Verkaufs landwirtschaftlicher Produkte insbesondere Bio-Produkte über die Handelsketten Lidl, Aldi, Kaufland und wie sie alle heißen sehr stark bedroht. Es ist einerseits gut, wenn beispielsweise Bioverbände den Bauern Anreize liefern, mehr Bio-Produkte zu produzieren und über die großen Handelsketten zu verkaufen. Aber diese Handelsketten arbeiten nach dem Prinzip des ´ich muss billiger sein als meine Konkurrenz´. Damit erzeugen diese einen massiven Druck auf die Erzeugerpreise. Dieser Konzentrationsprozess und die so erzwungenen niedrigen Erzeuger-Milchpreise sehe ich sehr kritisch. Dadurch geraten die bäuerlichen mittelgroßen und Kleinbetriebe mehr und mehr unter existenziellen Zugzwang. Global gesehen gerät die Erzeugung gerade auch unserer Produkte in einen Wirkungszusammenhang der verbilligten Endverbraucherpreise. Es betrifft ja nicht nur die landwirtschaftlichen Produkte, sondern es betrifft ja auch andere Konsumgüter. Nehmen wir das Beispiel Jeans, gefertigt in Bangladesh. Die Näherinnen unterliegen dem gleichen Kostendruck durch die riesigen internationalen Handelsketten, die den Markt mit billigsten und unter umweltgefährdenden Bedingungen (Farbmitteleinsatz) produzierten Güter überschwemmen.

Irgendjemand zahlt die Differenz zwischen dem wahren Preis, der auch die externen Kosten beinhaltet und dem Endverbraucherpreis. In unserem Fall ist das in erster Linie die Fabriknäherin in Bangladesh.

In unserem Wirtschaftssystem werden Gewinne oft privatisiert und die Verluste „sozialisiert“. Die „Kollateralschäden“ des neoliberalen Systems werden im besten Fall von der Gesellschaft aufgefangen – aber eben nur im besten Fall.

Agrarwende – Politischer Kurswechsel bedeutet Abkehr vom bisherigen Agrarmodell. Worauf kommt es bei einer Neuausrichtung der Agrarpolitik an?

„Zum Wohl der Allgemeinheit ist einerseits eine massive Aufklärung aber vor allem ein politischer Kurswechsel in der Landwirtschaftsentwicklung erforderlich. Der Bauernverband als der größte Interessenvertreter der Bauernschaft gibt unumwunden vor, wir wollen keine Wende. Der Bauernverband ist entschieden für Exportorientierung und Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt. Seine enge Verbindung mit Industrie gibt hier die politische Schlagzahl des Neoliberalismus vor.

Für eine Agrarwende u. a. zum Wohl und zur Gesundheit der Allgemeinheit, zum Schutz der kleinbäuerlichen Betriebe und zur Förderung der Erzeugung nachhaltiger Landwirtschaftsprodukte sehe ich die folgenden Ziele:

  • Alternative Förderungspolitik für kleinere Strukturen und Schlaggrößen,
  • Abkehr von der mehrheitlich betriebenen Flächenförderung,
  • bodengebundene Tierhaltung und damit ein Ende der Futtermittelimporte mit ihren verheerenden ökologischen und sozialen Folgen,
  • Förderung der Fruchtfolge und damit Verminderung von Kunstdüngereinsatz und chemischen Pflanzenschutzmitteln,
  • Natürlicher Grünlanderhalt,
  • Absolutes Verbot von Patentierung von Pflanzen und Tieren und jeglicher Art von Agrogentechnik.

Ein Land sollte seine Grundnahrungsmittel mit dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Kulturlandschaft und einer artgerechten Tierhaltung erzeugen. Denn unser imperiales System der Globalierung ist nur Ausdruck des Unwillens, auf der Grundlage der eigenen Ressourcen zurecht zu kommen. Das alles gehört in eine alternative Landwirtschafts- und Förderpolitik.

Damit wären auch sich ausbreitende außerlandwirtschaftlichen Investitionen in landwirtschaftliche Flächen, für die die einheitlichen Direktzahlungen nichts anderes sind als eine gesicherte Verzinsung ihres Kapitals und dem Profitstreben von Anlegern deutlich zu begegnen.

Der mit Elan geführte Kampf für eine bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft bis hin zu fairen Vermarktungsstrukturen und eine breiter werdende Bewegung für eine nachhaltige Landwirtschaft stimmen mich ehrlich gesagt schon etwas optimistisch. Ich will hier abschließend auf die soziale Bewegung der 20.000 verweisen, die unter dem Motto „Mir ham´s satt – wir haben es satt“ im vergangenen Herbst in München für eine bäuerliche Landwirtschaft auf die Straße gingen. Und die 35.000 Protestierenden, zumeist jüngeren Alters, die anlässlich der in Berlin zelebrierten „Grünen Woche“, vernehmbar laut mit „Wir haben es satt“ die Forderungen für eine ökologischere Agrarpolitik und für eine gesundes Ernährungssystem vertreten haben.

 Das gibt mir und meinen Bauernkollegen den Mut, unser tagtägliches Ackern für gutes, enkeltauglich produziertes Essen fortzusetzen. Aber dafür verlangen und brauchen wir die politische Unterstützung der Gesellschaft.“