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Boomstädte und Schrumpfregionen
Das Auseinanderdriften der Regionen und das Versagen der Regionalpolitik in der Eurozone
erscheint: 22. Februar 2020
Umfang 44 Seiten
Kategorie:

Beschreibung

Regional ist modern. Heimatministerien sollen sich neuerdings um das Wohl der Regionen kümmern, KommentatorInnen in den Medien fordern eine Stärkung des ländlichen Raums und die Bundesregierung gründet eine „Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse“. Es gibt einerseits Berichte, wonach die Regionen in Deutschland und Europa auseinanderdriften und andererseits Untersuchungen von Mainstream-Wirtschaftsforschungsinstituten, die dem vehement widersprechen.

Tatsache ist: Regionalentwicklung und Regionalpolitik waren jahrelang vernachlässigte Politikfelder und das zu Unrecht. Denn der Zustand und die Perspektiven der jeweiligen Region bestimmen ganz wesentlich, wie die Menschen dort leben. Die öffentlichen Einrichtungen, die Einkommen, der Arbeitsmarkt sind in Oberbayern eben anders als in Mecklenburg und in Flandern anders als in Sizilien. Dass Regionalpolitik derzeit wieder zum Thema wird, deutet auf einen unübersehbaren Handlungsbedarf hin. Auch die Vermutung, starke Wahlergebnisse der AfD könnten mit „regionaler Abgehängtheit“ zu tun haben, unterstreicht das.

Dieser Report setzt sich mit Regionalentwicklung in Euroland auseinander. Gerade für die Europäische Währungsunion (EWU) mehren sich Hinweise auf eine wachsende regionale Ungleichheit, die einige der Mitgliedsländer vor erhebliche Probleme stellt. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil man bei der Euro-Einführung den EWU-Bürgern doch versprach, durch beschleunigte wirtschaftliche Integration die Lebensverhältnisse in den Regionen anzugleichen und die ärmeren Regionen aufschließen zu lassen. Konvergenz und Kohäsion (Zusammenhalt) waren die Zauberwörter. Hat die EWU dieses Versprechen nun erfüllt oder gebrochen?

Die Fragestellung dieses Reports ist: Wie haben sich die Regionen in der Eurozone entwickelt? Wie wirkt die europäische Wirtschafts- und Währungsintegration auf diese europäischen Regionen – und was folgt daraus für die Wirtschaftspolitik und die Regionalpolitik in der EWU?

Deutschland steht dabei in einigen Abschnitten im Zentrum; aber auch die Situation in Deutschland ist nur im europäischen Maßstab zu verstehen. Euroland ist der stark verflochtene ökonomische Kern Europas. Die Regionalentwicklung in der EWU geht längst über alle Ländergrenzen hinweg.

Der Autor, Roland Charles Pauli, belegt die regionale Spaltung der Eurozone mit vielen Daten und konkreten Beispielen.

Inhalt

  1. Eurozone – Union der Divergenz
  2. Auseinanderfallen intern: Die Divergenz innerhalb der Euroländer 5
    1. Deutschland: Negative Teil-Sanierung
    2. Portugal: Boom und Dauerkrise
    3. Italien: Mezzogiorno für immer?
    4. Frankreich: Paris frisst alles
  3. Eurozone total: Die Entwicklung der Regionen in der EWU
  4. Konsequenz und Bestandteil der Divergenzentwicklung:
  5. Arbeitslosigkeit und Auswanderung
  6. Die Eurozone wirtschaftsgeographisch: Die Euro-Banane
  7. Euro und Divergenz
  8. Divergenz – Soziale und ökologische Folgen
  9. Das Problem: Marktkonforme Regionalpolitik
    1. Länderbeispiel Deutschland
    2. Beispiel Portugal
    3. Beispiel Italien
    4. Die EU: Juncker-Plan, Investitionen und EU-Regionalpolitik
  10. Regionalpolitik geht anders