Spezial 30

4,50 

Klimazerstörung. Die Verantwortungslosigkeit kapitalistischer Gesellschaften
erscheint: 16. Januar 2017
Umfang 52 Seiten
Kategorie:

Beschreibung

isw-Fördermitglieder erhalten spezial 30 Anfang Februar zusammen mit report 107/108.

In einer fakten- und ideenreichen Untersuchung belegt Franz Garnreiter die Beobachtung von Naomi Klein: „Uns bleibt nur die Wahl zwischen zwei Extremen: Zuzulassen, dass der Klimawandel unsere Welt von Grund auf ändert, oder unsere Wirtschaft  von Grund auf zu ändern, um diesem Schicksal zu entgehen.“

Ziel des vorliegenden Heftes ist es zunächst, darzulegen, dass mit der bisherigen Klimaschutzpolitik die Verhinderung einer katastrophalen Klimaentwicklung keine Chance hat. Seit dem sogenannten Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 ist ein Vierteljahrhundert vergangen, seither wurden jährlich Folgekonferenzen zur Klimaschutzpolitik abgehalten, seither wurde die Störung des Klimasystems nicht nur nicht abgebremst, sondern massiv forciert.

Kapitel 2 stellt den sogenannten Budgetansatz vor. Das IPCC, der Weltklimarat der UNO, sagt, dass in den nächsten Jahrzehnten eine bestimmte maximale Emissionsmenge von Treibhausgasen nicht überschritten werden darf, will man die Klimaänderung auf ein Maximum von 2 °C Erwärmung begrenzen. Wie realistisch ist es angesichts der bisherigen Entwicklung, dieses Emissionsmaximum einzuhalten, wie scharf sind die Anforderungen? Es zeigt sich, dass dieses Limit nur bei krasser Umkehr der klimapolitischen Praxis einhaltbar ist.

Kapitel 3 fragt nach den Verursachern der Klimaentwicklung und nach den darunter Leidenden. Es stellt sich heraus, dass das Zehntel der Menschen mit den höchsten Emissionen heute fast die Hälfte zu den weltweiten Emissionen beiträgt, während die Hälfte der Menschen mit den niedrigsten Emissionen nur wenig mehr als ein Zehntel beiträgt. Und zudem ist diese Hälfte, die an der Klimazerstörung den geringsten Anteil hat, am meisten und schlimmsten von den Folgen betroffen.

Kapitel 4 seziert die Klimaschutzpolitik in Deutschland, dem selbsternannten Klimaschutz-Weltmeister. In diesem Land wird sehr viel versprochen, während die reale Politik weit, weit hinter den Notwendigkeiten zurückbleibt

Kapitel 5 weist auf die Grundprobleme dieses Gesellschaftssystems hin: das systematische Verfehlen nachhaltiger Entwicklung in einer Marktwirtschaft; das führende Prinzip der totalen Konkurrenz, das solidarischem und gemeinsamem Handeln entgegen-steht; die zunehmende Produktion von Verlierern, die die Gesellschaft spaltet.

Kapitel 6 schließlich versucht, einige Ansatzpunkte zu skizzieren, wo eine wirkliche Klimaschutzpolitik beginnen müsste.

Inhalt

Editorial

A: RISIKEN UND PROBLEME

  1. Einleitung: Mit aller Kraft zerstören wir die Welt unserer Kinder
    1. Budgetansatz: Wieviel kann noch halbwegs klimaverträglich verheizt werden?
    2. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen den Treibhausgasemissionen
    3. und den Temperaturerhöhungen?
    4. Wie lange bleiben wir noch im Bereich klimaverträglicher Emissionen?
    5. Wieviel Kohle, Öl und Gas müssen wir im Boden lassen?
  2. Jeder ist seines Glückes Schmied?
    1. Die Verursacher und die Betroffenen des Klimawandels
    2. Die ausgesprochen ungleiche Verteilung der Emissionen auf die Menschen
    3. Graue Emissionen – die Wirklichkeit ist noch ungleicher als die Emissionsstatistiken
    4. Die ausgesprochen ungerechte Verteilung der Klimabelastungen auf die Menschen

B: POLITIK UND ALTERNATIVEN

  1. Deutsche Klimapolitik – jämmerlich und unglaubwürdig
    1. Quellen und Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland
    2. Deutsche Klimapolitik vor der Pariser Klimakonferenz XXX
    3. Exkurs: Die Klimakonferenz in Paris – wirklich ein Grund zum Feiern?
    4. Deutsche Klimapolitik nach der Pariser Klimakonferenz XXX – der Klimaschutzplan
    5. Perspektive Geoengineering: Klimawandel plus verantwortungslose Hasardspiele
  2. Kritik der kapitalistischen Marktwirtschaft
    1. Funktionsprobleme der Marktwirtschaft:
    2. Systematisches Verfehlen nachhaltiger Entwicklung
    3. Vom homo oeconomicus zur aggressionsfördernden Ideologie
    4. Andauernde und zunehmende Produktion von Verlierern
  3. Klimaschutz erfordert eine neue, nicht marktgesteuerte Art des Wirtschaftens
    1. Grundsätze einer Umkehr zu nachhaltiger Klimaschutzpolitik
    2. Elemente einer wirklichen Klimaschutzpolitik im Energiebereich
    3. Bewusstseinsänderung dringend notwendig
  4. Klimaschutz ist möglich – eine andere Welt ist dafür nötig