spezial 30

27.12.2016 | Franz Garnreiter

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isw-Fördermitglieder erhalten spezial 30 Anfang Februar zusammen mit report 107/108.

In einer fakten- und ideenreichen Untersuchung belegt Franz Garnreiter die Beobachtung von Naomi Klein: „Uns bleibt nur die Wahl zwischen zwei Extremen: Zuzulassen, dass der Klimawandel unsere Welt von Grund auf ändert, oder unsere Wirtschaft  von Grund auf zu ändern, um diesem Schicksal zu entgehen.“

Ziel des vorliegenden Heftes ist es zunächst, darzulegen, dass mit der bisherigen Klimaschutzpolitik die Verhinderung einer katastrophalen Klimaentwicklung keine Chance hat. Seit dem sogenannten Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 ist ein Vierteljahrhundert vergangen, seither wurden jährlich Folgekonferenzen zur Klimaschutzpolitik abgehalten, seither wurde die Störung des Klimasystems nicht nur nicht abgebremst, sondern massiv forciert.

Kapitel 2 stellt den sogenannten Budgetansatz vor. Das IPCC, der Weltklimarat der UNO, sagt, dass in den nächsten Jahrzehnten eine bestimmte maximale Emissionsmenge von Treibhausgasen nicht überschritten werden darf, will man die Klimaänderung auf ein Maximum von 2 °C Erwärmung begrenzen. Wie realistisch ist es angesichts der bisherigen Entwicklung, dieses Emissionsmaximum einzuhalten, wie scharf sind die Anforderungen? Es zeigt sich, dass dieses Limit nur bei krasser Umkehr der klimapolitischen Praxis einhaltbar ist.

Kapitel 3 fragt nach den Verursachern der Klimaentwicklung und nach den darunter Leidenden. Es stellt sich heraus, dass das Zehntel der Menschen mit den höchsten Emissionen heute fast die Hälfte zu den weltweiten Emissionen beiträgt, während die Hälfte der Menschen mit den niedrigsten Emissionen nur wenig mehr als ein Zehntel beiträgt. Und zudem ist diese Hälfte, die an der Klimazerstörung den geringsten Anteil hat, am meisten und schlimmsten von den Folgen betroffen.

Kapitel 4 seziert die Klimaschutzpolitik in Deutschland, dem selbsternannten Klimaschutz-Weltmeister. In diesem Land wird sehr viel versprochen, während die reale Politik weit, weit hinter den Notwendigkeiten zurückbleibt

Kapitel 5 weist auf die Grundprobleme dieses Gesellschaftssystems hin: das systematische Verfehlen nachhaltiger Entwicklung in einer Marktwirtschaft; das führende Prinzip der totalen Konkurrenz, das solidarischem und gemeinsamem Handeln entgegen-steht; die zunehmende Produktion von Verlierern, die die Gesellschaft spaltet.

Kapitel 6 schließlich versucht, einige Ansatzpunkte zu skizzieren, wo eine wirkliche Klimaschutzpolitik beginnen müsste.