spezial 34

16.11.2020 | Conrad Schuhler

Drucken

Wenn das Drehbuch von Konzernen und Staat in die Tat umgesetzt wird, werden wir unsere Rechnungen bald nicht mehr mit Bargeld oder Kreditkarte der eigenen Bank bezahlen können, sondern nur noch über die Konten gewaltiger Bezahlfirmen mit sogenanntem Krypto-Geld. Amazon macht das in einigen Ladengeschäften schon so, Facebook ist dabei, mit „Libra“ ein eigenes Geld in die Welt zu setzen, die Europäische Zentralbank will im Herbst 2021 ein Übungsprojekt schaffen, bei dem in letzter Konsequenz alle Bürgerinnen und Bürger ein Konto bei der Zentralbank und damit Zugriff auf „digitales Zentralbankgeld“ erhalten. Das Ergebnis wird eine vollständige Offenbarung aller Aktivitäten der StaatsbürgerInnen sein, die mit Geldzahlung verbunden sind. Die Zentralbank, der Staat, die großen Internetkonzerne hätten Zugriff auf fast alle unsere Lebensdaten.

Unser Bericht wendet sich zuerst der Frage zu, welche Bedeutung das Geld in unserer Wirtschaft hat. Dann fragen wir uns, wie viel Krypto-Geld es bereits gibt und wie es die Wirtschaft umkrempeln wird. Wir beschreiben die drohende Gefahr einer Kontrolle des wirtschaftlichen und persönlichen Lebens durch „Silicon Valley, Wall Street und Staat“. In einem eigenen Kasten erörtern wir abschließend den ungeheuren Energieverbrauch durch das neue digitale Geld, der es fraglich machen würde, ob die Klimakatstrophe noch abgewendet werden kann.