spezial 26

0,00 

Die Herren des Geldes. Reichtum und die Macht des 1%.
erscheint: März 2012
Umfang 32 Seiten
Kategorien: ,

Beschreibung

Wir sind die 99%, skandiert die Occupy-Bewegung bei ihren Aktionen. Wer aber sind die 1%? Das isw-spezial 26 weist nach, welch ungeheurer Reichtum sich inzwischen in den Händen von wenigen konzentriert, dass die Zahlen 99% gegen 1% tatsächlich die Reichtumsverteilung auf der Welt und die in Deutschland aufschlüsselt. In Deutschland besitzen die eine Million (Dollar-) Millionäre so viel an Geldvermögen wie die übrigen über 81 Millionen Deutschen. Weltweit haben sich die globalen 12,5 Millionen Millionärshaushalte 39% des globalen Reichtums angeeignet. Und der Reichtum an der Spitze nimmt immer schneller und heftiger zu. Der Autor Fred Schmid zeigt auf, wie die Herren des Geldes sich immer mehr ökonomische und politische Macht zu Eigen machen; eine Machtballung, die über die Finanzkonzerne den globalen Kapitalismus beherrscht.

Der Schlussteil der Arbeit analysiert, wie in drei Verteilungsrunden von unten nach oben die gigantischen Vermögen entstehen und auf der anderen Seite in gleichem Ausmaß staatliche und private Schulden produzieren.

Die Occupy-Bewegung hat in der zweiten Jahreshälfte 2011 der Öffentlichkeit in den westlichen Industrieländern ins Stammbuch gehämmert, dass den „Herren des Geldes“ die 99 % der Bevölkerung entgegenstehen, die ohne Vermögen, ohne Reichtümer da stehen und Jahr für Jahr weniger erhalten. Die nachdrücklich angekündigt haben, dass sie diese Aufsplittung in immer größeren Reichtum einerseits und immer mehr Armut andererseits nicht länger hinnehmen wollen. Die laut und vernehmlich die Klassenfrage stellen: Wie lange noch kann sich eine skrupellose Bande von Millionären und Milliardären die Reichtümer der Welt aneignen und die große Mehrheit der Menschheit zu einem immer kümmerlicheren Los verurteilen?

Das vorliegende isw-Spezial belegt, dass die Zahlen 99 % gegen 1 % tatsächlich die Reichtumsverteilung auf der Welt und die in Deutschland aufschlüsselt. In Deutschland besitzen die eine Million (Dollar-) Millionäre so viel an Geldvermögen wie die übrigen über 81 Millionen Deutschen. Weltweit haben sich die globalen 12,5 Millionen Millionärshaushalte 39 % des globalen Reichtums angeeignet. Und der Reichtum an der Spitze nimmt immer schneller und heftiger zu. 2010, ein gutes Jahr nach dem von der Investmentbank Lehman Brothers ausgelösten Finanzschock, stiegen die Millionärsvermögen um 13,9 %. Die reale Wirtschaft stagniert, die Staaten versinken im Schuldensumpf, aber die Vermögen der Millionäre und Milliardäre blühen in zweistelligen Prozentzahlen.

Diese Entwicklungen gehören zusammen. Die reale Wirtschaft stagniert, weil die Gelder in die Vermögensverwaltung der Reichen fließen und dort in Finanzprodukten angelegt werden, längst nur zum kleinsten Teil in realen Investitionen. Und die Staatsschulden sind die Kehrseite der großen Vermögen – Schulden und Vermögen sind immer zwei Seiten der selben Medaille, und in unseren Jahren gehört die Misere der öffentlichen Finanzen – Stichwort „Staatsanleihen“ – und die Blüte des Millionärsreichtums zusammen. Die Frage wird sein, wie der öffentliche Sektor die zur Verteidigung des Finanzsektors aufgebotenen Milliarden und Billionen Euro und Dollar in der Zukunft finanzieren kann. Die künftige Verzinsung ist den „Herren des Geldes“ schon garantiert.

Die isw-Studie argumentiert, dass die Schuldenkrise nur lösbar ist, wenn die Vermögen reduziert werden. Statt die öffentlichen Tätigkeiten zu reduzieren oder gänzlich den Staatsbankrott auszurufen oder aber durch permanente Zentralbankkredite die Schulden „wegzuinflationieren“, müssen die Steuereinnahmen erhöht werden, und zwar vor allem durch eine drastische Besteuerung der hohen Vermögen. Ist das durchsetzbar? Eine Anlayse der ETH Zürich führte jüngst zu dem Ergebnis, dass 147 Konzerne den größten Teil der Weltwirtschaft regieren, und dass unter den ersten 50 dieser Konzerne 49 aus dem Finanzsektor kommen. Jeder finanzund steuerpolitische Fortschritt muss gegen deren ebenso erbitterten wie kompakten Widerstand durchgesetzt werden. Wir brauchen dringend Argumente für die geldund finanzpolitische Diskussion, die wir hiermit vorlegen. Wir brauchen aber gerade so die Entwicklung sozialer und demokratischer Potentiale, die direkt in die politische Auseinandersetzung eingreifen können. Es wird ein Kampf der Argumente – und vor allem ein Aufbieten an politischer Kraft.

Inhalt

  1. Globale Vermögensentwicklung
    1. Gesamtvermögen
    2. Geldvermögen
    3. Regionale Verteilung der Vermögen
  2. Deutschland: Eine Million Millionäre
  3. Schuldenkrise – Kehrseite des übermäßigen Aufbaus der Vermögen
  4. „Geld regiert die Welt“: Die Verbankerung der Politik
    1. Die Macht der Institutionellen Anleger
    2. Deutschlands größter Aktionär – ein Amerikaner
    3. Dax-Aktien: Mehr als die Hälfte in Auslandsbesitz
  5. Das Netzwerk der Konzernmacht: 147 Konzerne regieren die Welt
  6. Refeudaliserung von Wirtschaft und Gesellschaft
  7. Anhang: Krise der Verteilung. Woher kommen die Vermögen, woher die Schulden: Die dreifache Umverteilung von unten nach oben
    1. Primärverteilung zwischen Arbeit und Kapital
    2. Fiskalpolitische Verteilungsrunde über die Steuern
    3. Umverteilung über Zinsen und Finanzmärkte
  8. Literaturverzeichnis